Archive for the Category Kurzgeschichte

 
 

Jetzt oder Nie!

Für Clara M.

Schreibkurs. Natürlich auf Zoom. Corona-Zeiten. Ich sehe meine Dozentin Clara auf dem Bildschirm. Im Hintergrund eindeutig die Rialtobrücke.
»Wo bist du denn?«, frage ich. »Hast du einen künstlichen Hintergrund eingeblendet?«.
»Überhaupt nicht!« Sie lacht »Ich bin live in Venedig.«
»Darf man da hin? Trotz Corona?« Ich bin verblüfft.
»Klar«, sagt sie. »Jetzt oder nie! So leer und ohne Touristen und Kreuzfahrtschiffe, das werdet ihr nie mehr erleben.« Clara ist Venezianerin. Sie weiß, wovon sie spricht.
Wir fackeln nicht lange. Clara hat recht. Jetzt oder nie! Die Zweitimpfung liegt erst eine Woche hinter uns, also ein PCR-Test. Und dann werden wir weder an der österreichischen Grenze noch an der italienischen kontrolliert. Umso besser. Keine kilometerlangen Staus. Wir werden zügig durchgewunken.
Das Auto stellen wir in Mestre in der bewachten Hochgarage ab, der Bahnhof liegt gegenüber. Gott sei Dank – kein digitaler Schalter für die Fahrkarten nach Venedig. Ein hilfsbereiter Angestellter akzeptiert meine EC-Karte. Kurze Wartezeit auf dem Bahnsteig, dann in einem komfortablen Waggon über den Deich Richtung Venedig. Zu beiden Seiten das Flachwasser der Lagune. Sonnenschein. Die Umrisse der Stadt kommen näher. Wir drücken unsere Nasen an den Scheiben platt. Jetzt oder nie, hat Clara gesagt. Sind das schon Kreuzfahrtschiffe, die an der Hafeneinfahrt lauern? Die sollen doch verboten sein, hieß es. Die dürfen doch gar nicht mehr …
Der Zug rollt in den Bahnhof von Santa Lucia. Wir schleppen den schweren Koffer – wieder mal viel zu viel Zeugs eingepackt – die Bahnhofstreppen hinunter zum Vaporetto– Anlegeplatz am Canale Grande. Auf dem Vorplatz rollen die kleinen Kofferräder rumpelnd über die Pflasterung. Mein Rucksack drückt.
Nein, am Schalter verkauft uns niemand ein Drei-Tage-Ticket für das Vaporetto. Geht alles nur digital. Wir bekommen zwar Pappkarten, aber die muss man noch scharf machen oder so was, und das am Automaten nebenan. Welcher Automat? Das Englisch der Kassiererin reicht nicht aus, uns das Prozedere zu erklären. Immerhin finden wir den grauen Automaten. Daneben einen Bildschirm mit Tastatur. Wir stellen die Koffer ab. Mein Mann studiert die Anweisung, um die Fahrkarten zu bedrucken. Ein komplizierter Code muss eingegeben werden. Ich stopfe mein Portemonnaie in den Rucksack zurück und suche meine Brille: Digitalisierung soll einfacher sein als ein Mensch, der einfach seinen Stempel auf das Ticket drückt? Schöne neue Welt! Ein junger dunkelhäutiger Mann mit einem roten T-Shirt, auf dem »Tourist Guide« steht, nähert sich, fragt freundlich: »Can I Help you?« Mein Mann winkt brüsk ab. Mir ist diese Unfreundlichkeit peinlich. Der Guide bleibt noch einen Moment stehen, trollt sich dann. Ich lese meinem Mann die Buchstaben- und Zahlenkombination vor, die auf der Quittung für die Tickets stehen. Es klappt. Das Ticket wird bedruckt.
Als ich die Brille in den Rucksack schieben will, sehe ich, dass der Reißverschluss an der Seite ein wenig aufsteht. Ich stopfe auch die Brille hinein, schließe ihn wieder. Das Vaporetto ist nur halb voll. Wir sitzen draußen und genießen die sonnige Fahrt auf dem Canale Grande entlang der prächtigen Herrenhäuser am Rand. Ja, das ist Venedig – Jetzt oder nie! Ich habe meinen Rucksack auf dem Schoß und auf einmal kommt mir der Gedanke, wieso war der Tourist Guide schwarz? Rassistin schimpfe ich mit mir. Warum sollte er nicht schwarz sein? Schon das Wort »schwarz« ist politisch nicht korrekt. Warum sollte eine Tourist Guide nicht schwarz sein? Aber sonst verkaufen die Migranten doch nur Taschen und Hüte auf den Plätzen und Brücke der Stadt. Sind die Italiener so tolerant geworden, dass sie lukrative Touristenjobs mit Schwarzen teilen? Ausgerechnet in Corona-Zeiten mit ohnehin geringen Verdienstmöglichkeiten? Trotzdem: der Reißverschluss war halb offen. Aber ich bin ja auch ein schlampiger Mensch. Nein, ich werde nicht nachschauen. Nicht jetzt. Jetzt oder nie gilt hier nicht. Ich verderbe mir nicht die erste Kanalfahrt. Vielleicht später. In der Ferienwohnung. Die Härchen auf meinen Unterarmen richteten sich auf, aber mein Verstand sagt, immer mit der Ruhe. Das kann nicht sein. Werd‘ bloß nicht hysterisch. Ich ziehe den Reißverschluss langsam nach oben, konzentriere mich krampfhaft auf die traumhafte Aussicht, spüre den kühlenden Wind im Gesicht. Wir passieren die Rialtobrücke, nur ein paar Touristen stehen oben und blicken aufs Wasser. Ein kleiner Junge winkt. Ich winke zurück.
Das kleine Doppelzimmer liegt im Obergeschoss eines alten venezianischen Hauses nahe dem Campo Santo Stefano in der Calle de le Botthege. Der freundliche Vermieter hilft uns, das Gepäck die drei Stockwerke hochzuschleppen, verspricht, uns später mit Venedig-Karten und Restaurant-Tipps versorgen.
Jetzt oder nie! Ich setzte mich aufs Bett, ziehe den Rucksack auf den Schoß, öffne den besagten Zipper mit fahrigen Händen, grabbele nach dem wohlbekannten Umriss der Geldbörse und finde – nichts. Das kann nicht wahr sein. Ich durchwühlte den Rucksack noch einmal: Lippenstift, Kamm, iPhone, Müsliriegel, Masken, natürlich Masken, Taschentücher, eine kleine Flasche Wasser, kein Portemonnaie. Ich kippe den Rucksack um, schüttelte panisch den Inhalt aufs Laken. Ein Kuli fällt heraus, ein Notizbuch, diverse Visitenkarten, der Auto-Ersatzschlüssel, das italienische Wörterbuch. Kein Portemonnaie. Wie viel Geld war drin? Wohl an die 100 Euro, ein zu vernachlässigender Betrag angesichts der Tatsache, dass die Visa Card weg ist und die EC-Karte, der Personalausweis und der Führerschein, natürlich auch die Notrufnummer für die Bank. Shit! Was nun? Warum hatte ich blöde Kuh alle Karten im Portemonnaie? So leichtsinnig bin ich doch noch nicht einmal in Bremen. Ausweise bleiben immer schön zu Hause. Auch der Führerschein. Da zahle ich lieber ein bisschen Strafe, falls die Polizei kontrolliert. Ich habe höchstens ein paar Scheine in der Tasche, ein paar Münzen, mehr nicht. Ausgerechnet hier in Venedig mache ich diesen Anfängerfehler.
Wir klingeln beim Vermieter. Der ist untröstlich. »Sofort zur Questura«, sagt er. Er beschreibt uns den Weg auf der Karte.
»Zu Commissario Brunetti«, jubele ich. »Jetzt oder nie
Das Gebäude, in der die Questura untergebracht ist, sieht allerdings völlig anders aus als im Fernsehen. Liegt nahe an der griechisch-orthodoxen Kirche, an der Fondamenta dei Greci. Wir stürzen in die Questura, laufen die Treppe zum ersten Stock hinauf. Durch das hohe Fenster im Flur zur Canalseite sehen wir, wie zwei Polizisten, die einen Mann in Handschellen helfen, aus dem Polizeiboot zu klettern. Der Mann ist schwarz, rabenschwarz. Und er hat ein orangenes T-Shirt an mit der Aufschrift »Tourist Guide«..
»Das ist er«, sagte ich zu meinem Mann. »Sie haben ihn!«
»Wen haben sie?«, fragte hinter uns eine ruhige, dunkle Stimme. Uwe Kockisch tritt aus der Tür des Sekretariats. Wir hören, wie Signorina Elettra ein »Ciao, Guido« hinter ihm herruft.
»Na, den Dieb, Commissario«, sage ich und sehe Kockisch an. Der kann ja zum Glück Deutsch. Aber ganz schön alt ist er geworden, denke ich. Weit über 70, der müsste doch längst pensioniert sein.
«Sie haben recht, sagt Kockisch und lächelt. »Ich bin nur manchmal zu Besuch hier.«
»Commissario«, stottere ich. »Ich soll Sie von Donna grüßen. Sie sagt, Sie können uns sicher helfen.«
»Geht es um den da?«, fragt Kockisch und weist auf den jungen Farbigen, den die Polizisten die Treppe hinaufstoßen. »Was hat er getan?«
»Mein Portemonnaie geklaut. Vor der Ticket-Station am Canale Grande. Alle Papiere weg: Visa-Card, EC-Karte, Perso … «
Guido rollt mit den Augen. »Auch Geld?«
»Nur 100 Euro. Das ist nicht so wichtig, Commissario. Aber die Ausweise … «
»Ok, verstanden«,sagte Uwe Kockisch. Er wendet sich mit strengem Gesicht zu dem jungen Mann. »Gib der Signora sofort die Ausweise zurück. Kannst du eh nichts mit machen.«
Zu meinem Erstaunen kramt der Junge in seinem kleinen, bunten Rucksack und reicht mir mit einem schüchternen Lächeln die Papiere. »Scusi, signora«, sagte er und verbeugt sich höflich. Ich blättere die Dokumente durch. Sie sind vollständig.
»Kann er das Geld behalten?«, fragt Kockisch. »Der Junge muss wahrscheinlich den Schlepper bezahlen, der ihn übers Mittelmeer gebracht hat.«
Ich winke ab: »Klar, kann er! Finderlohn!«
»Sehen Sie, alles ok«, sagte Uwe Kockisch. »Bestellen Sie Donna einen schönen Gruß von mir. Jetzt, wo ich pensioniert bin, sorge ich ein bisschen für die Gerechtigkeit in der Stadt. Solange die Mafia hier den Magistrat beherrscht und Schutzgelder erpresst, lasse ich die Kleinen laufen. Das ist mein Beitrag im Kampf gegen die Kriminalität in Venedig.«
Er gibt uns die Hand. »Einen schönen Aufenthalt noch. Und tragen Sie nie wieder ihren Rucksack auf dem Rücken. Er gehört auf den Bauch. Auch wenn er Rucksack heißt.«
Mit mit diesen Worten rennt er leichtfüßig die Treppe hinunter. Wahrscheinlich hat er – wie immer – Hunger. Seine Frau wartet sicher schon mit dem Essen auf ihn. Mit einer Flasche dieses vorzüglichen Weißweins.
»Grazie Mille, Commissario«, rufe ich ihm hinterher. »Und grüßen Sie Paola.«
Commissario Brunetti dreht sich um und winkt.
»Heißt der eigentlich Uwe oder Guido«, fragt mein Mann.
»Du bist wirklich nicht auf dem Laufenden, mein Lieber«, sage ich. »Auf zum Markusplatz! Jetzt oder nie!«

Fremdenführung

 

Wir hatten im Internet eine Annonce aufgegeben, dass wir unser Haus im Bremer Norden verkaufen wollten. Einfach zu groß, nachdem die Kinder ausgezogen waren, der Garten zu arbeitsintensiv, die vielen Treppen und das alte, enge Bad nicht altengerecht.
Es ist ein altes Haus, 1934 gebaut, sicher von einem Werftarbeiter, der beim Vulkan geschuftet hat. Alle Häuser in der Straße sehen ähnlich aus und es heißt, wenn der Vulkan eine Sirene hätte schalten können, um alle Teile zurückzupfeifen, die unerlaubterweise beim Schiffsbau über Jahrzehnte hinweg entwendet worden waren, würden in der ganzen Umgebung die Häuser in sich zusammenfallen.
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Der Schrank

 

»Komm, Schatz, wir müssen los!«
Die Mutter hat die Tür zum Kinderzimmer geöffnet, schaut verblüfft in die leere Spielecke, dann zum Bett, sieht die zusammengeknüllte Bettdecke, unter der sich die Umrisse eines kleinen Körpers abzeichnen.
»Was ist los, Svenja? Bist du müde? Du kannst gleich bei Oma schlafen.«
»Ich will nicht bei Oma schlafen?«
»Du willst nicht bei Oma schlafen? Warum das denn nicht? Du gehst doch sonst gern zu Oma.«
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Der Gasherd

 Manchmal, aber nur manchmal denke ich an meinen Gasherd. Diesen vermaledeiten Gasherd, der der Grund für unsere Scheidung war. Mein Mann hat die Situation einfach nicht mehr ausgehalten. War ja auch zum Verrücktwerden.
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Tiergestützte Vernehmung

 

Ich solle keine Angst haben, sagt der kleine Mann mit den grauen Haaren. Er schaut mich freundlich an und zeigt auf die Tür. »Deine Mama wartet hier auf dich.«
Ich halte mich an Mama fest. Nein, ich will nicht mit, auch nicht mit diesem netten Mann. Er ist so alt, und er hat viele Linien im Gesicht. Genau wie Onkel Karl.
»Nun geh schon«, sagt Mama und gibt mir einen kleinen Schubs. »Ich lauf nicht weg.«
Der Mann ist ein Professor, hat Mama gesagt und ich muss ihm alles sagen, was ich weiß. Und immer die Wahrheit. Aber Onkel Karl hat gesagt, ich dürfe uns nicht verraten. Die anderen Erwachsenen seien dumm. Die könnten nicht verstehen, dass wir uns so lieb haben.
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Paradiesisch

 

Die Hunde hören sie schon von weitem. Helles, fröhliches Gekläff. Die Fahrt von Madrid über die Meseta bis an die Antlantikküste war anstrengend. Der kleine Peugeot holpert seit einer halben Stunde über die ausgetrockneten Spurrinnen des sandigen Dünenweges. Das Gästehaus soll am Meer liegen, ganz einsam am Rande eines Naturschutzgebietes.
»Wo es Hunde sind, gibt es auch Menschen, Piet«, sagt Evi zu ihrem Mann. Nach der nächsten Kurve kommen drei kniehohe, braun-weiß gefleckte Hunde kläffend und jaulend auf den Wagen zugerannt.
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Das Foto

 

Unsere Tochter hat das Foto herausgesucht. Wir brauchten ein Bild für die Trauerfeier, um es in der Kapelle an den Sockel zu lehnen, auf dem die Urne steht. Ein schönes Bild von dir. Sie hat es vor vielen Jahren gemacht, bei unserem letzten gemeinsamen Urlaub.
Jung siehst du aus. Und fröhlich. Der Wind hat dir dein dichtes, dunkles Haar ins Gesicht geweht. Mit der rechten Hand versuchst du, die Strähnen zu bändigen. Die Augen sind zusammengekniffen, du schaust in die Sonne. Dein Mund lacht in die Welt.

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Junge Frau vor dem Badezimmerspiegel

Man sieht nichts. Definitiv gar nichts. Mein Bauch ist flach wie ein Brett. Dabei bin ich schon vier Wochen überfällig. Glück gehabt? Pech gehabt?
Du bist schön, hat er gesagt und mich auf die Wange geküsst. Schön wie eine Lilie im Morgentau. Schönschwätzer! Auch sein Atem roch fahl. Seine fetten Finger suchten den Weg in meinen Slip.


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Pechvogel

Mäxchen war ein nettes Baby, freundlich und still und – zur Freude seiner Mutter – unheimlich verfressen. Das Kerlchen blühte und gedieh.
»Nein, was sieht das Jungchen gesund aus«, sagte die Omi. »So ein nettes dralles Baby!«
Er lächelte alle an, schlief von Anfang an durch und machte nie Probleme, bis, ja bis seine Mutter ihn in der Kita anmeldete. Dort wurde er zum Liebling aller weichherzigen Erzieherinnen, so ein unproblematisches Kind gab es selten, so anhänglich und lieb, aber dann wurde immer deutlicher, dass die Sprachentwicklung hinter der gleichaltriger Jungen zurückblieb. Von den Mädchen ganz zu schweigen, die waren ihm Welten überlegen. Auch motorisch lief er nicht gerade zur Höchstform auf. Männchen malen, die Lieblingsaufgabe der freundlichen Kindergärtnerinnen, bei deren Interpretation sie ihre psychologischen Fähigkeiten schulen wollten, war für den Kleinen eine Tortur. Den Männchen fehlten entweder Arme oder Beine, der Kopf geriet viel zu groß oder zu klein. Und basteln wollte er auch nicht.
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Werkstattgespräch

 

Der Geruch nach Öl und Benzin ist überwältigend und mischt sich mit den warmen Luftschwaden, die durch die offene Tür eindringen. Drei alte Autos mit hochgeklappter Motorhaube stehen in der kleinen, dunklen Werkstatt.
»Que calor«, stöhnt der junge, dickbäuchige Mechaniker, der sich über die geöffnete Kühlerhaube des großen Renault beugt und seine kräftigen, stark tätowierten Oberarme im Motorraum verschwinden lässt. Die schmutzige Hose rutscht ihm halb über den Hintern.
»Hmm«, sagt er, «hmm« , hebt sein mit schwarzen Bartstoppeln zugewachsenes Gesicht. Er wischt mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn und winkt seinen Lehrling heran, der ebenfalls mit gerunzelter Stirn auf die Kabel und Schläuche starrt. Auch der kleine Bengel, der die ganze Zeit still mit einem großen Schraubenzieher an einer Radkappe herumgeschraubt hat, legt sein Werkzeug beiseite, schiebt eine Kiste heran, auf die er klettert, um mit demselben sorgenvollen Blick in den Motor zu schauen. Mit dem öligen Tuch wischt der Mechaniker sich die Hände ab, zieht mit einer energischen Bewegung die Hose über Bauch und Po.
»Feio, muy feio!«
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