Archive for April 2014

 
 

Richthofens Erben

pilot bei der arbeitAaron würgt noch schnell das Frühstück runter, zwei Tassen Kaffe, eine Zigarette. Ideales Flugwetter. Er sprintet über das Flugfeld zu seiner Maschine, zieht noch im Laufen den Reißverschluss seiner roten Kombi hoch. Neben ihm fünf seiner Kameraden, angespannt, konzentriert, aber mit leuchtenden Augen. Wie vor der Bescherung. Der leichte Septembernebel wird sich lichten, hat die Flugsicherung versprochen. Endlich wieder Tiefflugwetter.
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Unter dem Löwentor von Mykene

Tor auf MykeneJonathan hatte sich in der unterirdischen Zisterne verborgen, als die Wärter den Eingangsbereich gegen 19 Uhr dichtmachten. Die flirrende Hitze über der Argos-Ebene war einer angenehmen Kühle gewichen. Leergefegt der Parkplatz mit den endlosen Schlangen von Touristenbussen. Auch die Wärter hatten sich verzogen. Feierabend. Stille.
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Drachenbaum

2013-10-19_13-54-30Sie parkten direkt neben uns, in einer Tiefgarage mitten im Zentrum von Orotava.  Der ältere Herr – groß, leicht gebeugt, silbergraues Haar, helle Hose, ein dezent gemustertes Oberhemd unter dem leichten Sommerjacket – war ausgestiegen, fasste sich mit der linken Hand ans Kreuz, verzog kurz das Gesicht, richtete sich dann zu seiner vollen Länge auf. Er ging um den Leihwagen herum, öffnete die Autotür. »Komm, meine Liebe!« sagte er und stützte ihren Ellbogen beim Aussteigen.  Auch die Frau war groß, schlank, trug eine teure Seidenbluse, einen eleganten weiten Rock, Ledersandaletten. Steif stand sie neben dem Auto, während er die Tür zudrückte und mit der Fernbedienung den Wagen verriegelte.
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Familienurlaub

image005Der erste Morgen im Ferienhaus. In Deutschland war es windig und kalt,  aber hier auf der Insel scheint die Sonne. Über die hohen Berge ziehen ein paar weiße Schäfchenwolken. Es ist richtig schönes Strandwetter. Mama, Papa, Julian und Tommi sitzen auf der Terrasse im Ferienhaus und schauen aufs Meer. Der Atlantik hat ganz schön hohe Wellen, draußen sind Katzenköpfe zu sehen.
„Ich will baden“, sagt Julian und springt vom Frühstückstisch auf.
„Erst aufessen“, sagt Papa. „Das Müsli wird aufgegessen.“
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Shopping

2013-11-19_15-35-02Die blauen Wohnblocks der Hotelanlage  sind schon von der Küstenstraße aus zu sehen: das zwölfstöckige Fünf-Sterne-Hotel, links daneben ein hoher rechteckiger Block mit Ferienwohnungen und im von purpurnen Bougainvillearanken und scharlachroten Hibiskustträuchern überwucherten Park ein niedrig gebauter zweigeschossiger Pavillon mit Luxusapartments. Hellgraue, sorgfältig gepflegte Gehplatten führen uns von außen an der marmorgefliesten Empfangshalle vorbei zur Nordwestecke des Gebäudes. Salzig die Luft, das Rauschen der Brandung ist bis hierher zu hören.
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