{"id":930,"date":"2015-03-19T20:56:28","date_gmt":"2015-03-19T18:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=930"},"modified":"2016-02-09T17:30:24","modified_gmt":"2016-02-09T15:30:24","slug":"geistwesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/geistwesen\/","title":{"rendered":"Geistwesen"},"content":{"rendered":"<p>Harold wollte nicht mitkommen. Kann ich ja verstehen. Er hasst Zusammenk\u00fcnfte mit vielen Menschen. F\u00fchle sich eingeengt, sagt er. Kriege keine Luft zum Atmen. Fr\u00fcher war er ganz anders. Harold konnte nicht genug kriegen vom Feiern und Tanzen. Trank auch gern mal ein Gl\u00e4schen zu viel, war lustig und gesellig. Manchmal war ich ganz neidisch, wie beliebt er war bei Freunden und Kollegen. Aber seitdem mit Per Ole passiert ist, was passiert ist, ist er in ein Schneckenhaus gekrochen.<!--more--> Harold will keinen Besuch mehr, pusselt immer nur in seinem Hobbykeller herum. Fr\u00fcher, als\u00a0 Per Ole noch ein Junge war, haben sie im Winter die Eisenbahn aufgebaut. Ganze Landschaften haben sie geschaffen mit Feldern und B\u00e4umen, Stra\u00dfen und kleinen D\u00f6rfern. Wie oft sind die beiden ins Eisenbahnmuseum nach Hamburg gefahren. Und sp\u00e4ter hat er unseren Enkel Jani mitgenommen. Der kannte dann auch bald jede Lokomotive mit Namen, wusste, wie viel PS sie hatte, wie schnell sie fuhr, kannte ganze Streckenpl\u00e4ne auswendig. Immer wieder hat er versucht, mir den Unterschied zwischen IC und ICE zu erkl\u00e4ren, gerade mal sieben war der L\u00fctte damals, aber seitdem mit Per Ole passiert ist, was passiert ist, gammeln Lokomotiven und Waggons vor sich hin. Ich bin mal heimlich runtergegangen in den Keller, aber da war gar nichts mehr aufgebaut. Schienen lagen haufenweise in den Kisten an der Wand, Z\u00fcge und Wagen waren in die Regale gerammt worden. Was macht der Mann den ganzen Tag da unten? Ich habe ihm sogar angeboten, mal mit nach Hamburg zu fahren ins Eisenbahnmuseum, obwohl mich das gar nicht interessiert, aber er hat nur m\u00fcde abgewunken. Kein Interesse, hat er gesagt, und ist wieder in den Keller geschlurft. D\u00fcnn ist er geworden und grau. Er hatte sich so auf die Pensionierung gefreut, und nun, was macht er aus seiner freien Zeit? Ich kriege ihn kaum dazu, spazieren zu gehen.<br \/>\nDass er nicht mehr in die Kirche will, das verstehe ich, mit Kirche hat er nie viel am Hut gehabt. Und der neue, junge Pfarrer ist auch zu aufdringlich. So ein Pastor mit Sporthosen und Turnschuhen, als k\u00e4me er pausenlos vom Joggen. Er denkt vielleicht, das w\u00fcrde den jungen Leuten imponieren. Aber die sieht man sowieso nicht im Gottesdienst. Nach der Konfirmation sind die alle weg. Kassieren ihre Geschenke und sind verschwunden. Nur die Alten sind geblieben.<br \/>\nImmer wieder ist der Pfarrer vorbeigekommen. Wollte mit Harold sprechen, hat gesagt, Harold d\u00fcrfe nicht alles in sich hinein fressen, er m\u00fcsse sich \u00f6ffnen, solle in den Gespr\u00e4chskreis kommen. Harold war immer ein h\u00f6flicher Mann, doch als der Pastor ihm eines Tages anbot, mit ihm zu beten, da ist Harold aufgestanden und hat die T\u00fcr aufgemacht. Ich will Sie in diesem Haus nicht mehr sehen, Herr Pfarrer, hat er gesagt. Und der war ganz verdattert, er habe doch nur helfen wollen, hat er gestottert, und Gott heile alle Wunden. Harold hat durch ihn hindurchgeguckt. Mir war das nat\u00fcrlich peinlich, der Pfarrer konnte doch auch nichts daf\u00fcr, dass passiert ist, was passiert ist, er hat es doch nur gut gemeint, auch wenn er nat\u00fcrlich nicht helfen konnte. Da kann keiner helfen, auch der liebe Gott nicht. Aber man kann einen Pfarrer doch nicht so einfach vor die T\u00fcr setzen. Irgendwie war er doch auch unser Gast, auch wenn wir ihn nicht eingeladen hatten.<br \/>\nAls ich in der Zeitung von der Veranstaltung gelesen habe, da habe ich zu Harold gesagt, wir k\u00f6nnten da doch einmal hingehen. Nur ein Versuch. Aber Harold hat wieder nur wortlos den Kopf gesch\u00fcttelt. Seitdem passiert ist, was passiert ist, schlafen Harold und ich auch nicht mehr in einem Bett. Ich glaube, er kann meinen K\u00f6rper nicht mehr aushalten. Er hat eines Abends einfach seine Bettdecke und das Kopfkissen genommen und ist in sein Arbeitszimmer gezogen, auf die unbequeme Liege. Er hat nichts gesagt, kein Wort, nicht wie lange er dort schlafen will, nichts. Er ist einfach gegangen, mit dem Bettzeug unterm Arm. Ich habe dann sp\u00e4ter noch einmal gefragt, ob er ein breiteres Bett wolle, aber er hat gesagt, das sei nicht n\u00f6tig. Mehr nicht. Er schaut auch durch mich hindurch. Als ob ich nicht existiere. Klar, ich mache weiterhin das Essen, wasche, putze das Haus, ich habe ja sonst nichts zu tun, aber er redet nur das N\u00f6tigste. Ihm ist auch egal, was er isst oder trinkt. Fr\u00fcher haben wir gern mal abends ein Glas Wein getrunken, aber Alkohol fasst er nicht mehr an. Vielleicht ist das auch gut so, wie schnell kann man s\u00fcchtig werden. Manchmal denke ich, er w\u00fcrde \u00fcberhaupt nicht merken, wenn ich auch nicht mehr da w\u00e4re. Aber dann erschrecke ich mich und sage mir, vers\u00fcndige dich nicht, Harold braucht dich. Was soll er ohne dich machen? Wer sollte ihn versorgen? W\u00fcrde er dann nur noch im Keller leben?<br \/>\nUnd deswegen bin ich hier, hier in diesem dunklen Dorf auf dem Parkplatz vor dem B\u00fcrgerzentrum. Ich bin erstaunt \u00fcber die vielen Autos, es war schwierig, \u00fcberhaupt einen Platz zu finden. Dass sich so viele Menschen f\u00fcr das Thema interessieren, das h\u00e4tte ich nicht erwartet. Und niemand von denen habe ich jemals am Sonntagmorgen in der Kirche gesehen. Sie haben die Veranstaltung sogar in den gro\u00dfen Raum unterm Dach verlegt, so viele Leute sind da. Und alle gut angezogen, mit gro\u00dfen Autos, die k\u00f6nnen doch nicht alle dumm und verblendet und abergl\u00e4ubisch sein. Ich suche mir einen Stuhl in der letzten Reihe direkt an der T\u00fcr, damit ich ohne zu st\u00f6ren gehen kann, wenn ich es nicht mehr aushalte. Rechts vor mir sitzt ein junges Paar, das H\u00e4ndchen h\u00e4lt. Per Ole war ja auch immer so liebevoll zu Martina, und dann, als der Kleine geboren wurde, waren beide\u00a0 gl\u00fccklich. Sie haben das sch\u00f6ne Haus gekauft, ganz in unserer N\u00e4he, es war vielleicht ein bisschen zu gro\u00df, aber Per Ole hat doch gut verdient in der Bank, und Martina hat halbtags gearbeitet. Sie h\u00e4tten sicher noch ein Baby bekommen. Ich h\u00e4tte mich so \u00fcber eine kleine Enkeltochter gefreut. Stopp, sage ich mir, fang nicht so an. Konzentrier dich auf das, was hier passiert.<br \/>\nDie Musik ist ja ein bisschen s\u00fc\u00dflich, Geigen und Fl\u00f6ten und Harfen. Aber immer noch besser als die lauten Rockkonzerte in der Kirche. Jesus Christ Superstar. So ein Schwachsinn. Da kann man sich nur die Finger in die Ohren bohren. Und jetzt tritt diese Frau in einem Kranz aus Licht vorne ans Mikrofon, sch\u00f6n sieht sie aus, wie ein Engel sieht sie aus. Hinter ihr ein riesiges Foto von einem Sonnenaufgang \u00fcber dem Meer. Zwischen den Welten, steht auf dem Bild. Ob sie das Medium ist?<br \/>\nEine angenehme Stimme hat sie. Das Leben ende nicht mit dem Tod, sagt sie. Das Bewusstsein sterbe nicht, sagt sie. In allen Religionen werde seit Urzeiten ein Br\u00fcckenschlag zu den Verstorbenen gesucht, denn nach dem Tod lebten die Menschen weiter als Geistwesen &#8211; das sei die frohe Botschaft. Auch die Dahingegangenen wollten in Verbindung treten mit ihren Lieben auf Erden. Sie brauchten den Kontakt genauso dringend wie wir. Wir vermissten die Dahingegangenen, aber diese vermissten uns auch. Auf beiden Seiten brauchten die Menschen emotionale Heilung, und hier k\u00e4men Menschen wie sie ins Spiel, Menschen, die die Gabe h\u00e4tten, den Kontakt zum Jenseits herzustellen.<br \/>\n\u00bbWir bauen eine Br\u00fccke zwischen Diesseits und Jenseits\u00ab, sagt sie und l\u00e4chelt. \u00bbLassen Sie sich darauf ein. Lassen Sie Ihre Chakren mit Energie aufladen, und ich als Medium werde Ihnen helfen, eine Verbindung zu Ihren lieben Verstorbenen herzustellen.\u00ab<br \/>\nUnd dann benutzt sie noch viele Fremdw\u00f6rter, um zu beweisen, dass nichts auf dieser Welt vergeht, dass die Energie immer bleibt, das sagten auch die Naturwissenschaften. Und sie zitiert Max Planck und Albert Einstein und nennt Namen, die ich noch nie geh\u00f6rt habe. Und der Herr neben mir nickt und die elegante Frau an seiner Seite nickt und alle h\u00f6ren gespannt zu, und ich denke, schade, dass Harold nicht mitgekommen ist, er h\u00e4tte alles so viel besser verstanden als ich.<br \/>\nDie Frau sagt jetzt, sie wolle\u00a0 eine S\u00e9ance abhalten und die Geistwesen rufen. Vielleicht sei ja f\u00fcr den einen oder anderen auch der liebe Verstorbene dabei, und man k\u00f6nne in Kontakt treten mit ihm. Und ich denke, wie will Per Ole denn erscheinen, er ist doch verbrannt, alle drei sind verbrannt, als das Auto gegen den Tankzug raste. Und da war doch nichts mehr au\u00dfer Asche und ein paar Knochen und Z\u00e4hne. Dass Per Ole seinen Job verloren hatte, dass Martina ihn mit dem Kind verlassen wollte, das haben wir doch erst sp\u00e4ter erfahren. Und dass er immer mehr getrunken hat. Sie haben ja nie was gesagt. Vielleicht h\u00e4tten wir ja helfen k\u00f6nnen. Aber Per Ole war ja wie sein Vater, schon fr\u00fcher in der Schule, wenn es ihm schlecht ging, wenn Schwierigkeiten auftraten, dann ist er einfach verstummt. Vielleicht hat auch Martina das nicht mehr ertragen. Dass das Ganze gar kein Unfall war, sondern &#8230; Nein, nein, das glaube ich nicht, auch wenn in der Gemeinde nat\u00fcrlich gemunkelt wird. Das h\u00e4tte Per Ole nie getan, nicht mit Martina, nicht mit dem Kind. Harold will nicht \u00fcber den Unfall reden, ich habe es immer wieder versucht. Glaubt er auch, dass&#8230;?<\/p>\n<p>Was sagt die Frau? Der erste Besucher aus der Geisterwelt sei da? Sie sp\u00fcre sie ganz deutlich. Ja, sie, es sei eine Frau.Und sie rieche den Duft von Rosen.<br \/>\n\u00bbWer kann es nehmen?\u00ab, fragt sie in den Saal und mehrere H\u00e4nde gehen in die H\u00f6he.<br \/>\n\u00bbJa\u00ab, sagt das Medium. \u00bbDie Frau kommt n\u00e4her, jetzt sehe ich sie genauer. Sie ist \u00e4lter, alt, sicher um die 80, und sie riecht nach Rosen. Wer kann es nehmen?\u00ab<br \/>\nIch schaue mich um. Ein paar H\u00e4nde sind heruntergegangen, aber zwei\u00a0 sind oben geblieben, ein Mann vor mir und eine Frau in der ersten Reihe strecken die Arme in die Luft.<br \/>\n\u00bbEs ist eine sehr liebevolle Frau\u00ab, sagt das Medium. \u00bbK\u00f6nnen Sie es nehmen?\u00ab<br \/>\n\u00bbJa!\u00ab, hauchen der Mann und die Frau nacheinander.<br \/>\n\u00bbDie alte Frau liebte Rosen!\u00ab, sagt das Medium.<br \/>\nDas \u00bbJa\u00ab wird lauter.<br \/>\n\u00bbSie hatte einen gro\u00dfen Rosengarten\u00ab, sagt die Frau aus der ersten Reihe.<br \/>\n\u00bbDie Frau, die uns besucht, ist eine Gro\u00dfmutter, eine stattliche Gestalt. Ich will sagen\u00ab, hier l\u00e4chelt das Medium, \u00bbsie hat einen gro\u00dfen Busen, an den sie Sie oft gedr\u00fcckt hat. K\u00f6nnen Sie es nehmen?\u00ab<br \/>\nDer Mann z\u00f6gert jetzt, aber die Frau da vorne ruft erregt \u00bbJa, ja, sie hat mich so oft an sich gedr\u00fcckt!\u00ab<br \/>\n\u00bbSie lebte nur f\u00fcr andere\u00ab, sagt der Engel da vorne. \u00bbUnd Sie, Sie sind genauso. Immer nur f\u00fcr andere da!\u00ab<br \/>\n\u00bbJa\u00ab, sagt die Frau. \u00bbDas stimmt.\u00ab<br \/>\n\u00bbSie hat sich selbst verleugnet. Hat immer nur f\u00fcr andere gesorgt!\u00ab<br \/>\n\u00bbJa, ja!\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd das tun Sie auch. Sich immer nur um andere k\u00fcmmern!\u00ab<br \/>\n\u00bbJa, das tue ich!\u00ab<br \/>\n\u00bbWie Ihre Gro\u00dfmutter!\u00ab<br \/>\n\u00bbJa, wie meine Gro\u00dfmutter!\u00ab<br \/>\n\u00bbIhre Gro\u00dfmutter liebte Sie abg\u00f6ttisch!\u00ab<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df\u00ab. Ein Schluchzen.<br \/>\n\u00bbSie haben als Kind oft auf Ihrem Scho\u00df gesessen!\u00ab<br \/>\nWarum weint die Frau jetzt, frage ich mich. Ist doch eine sch\u00f6ne Erinnerung.<br \/>\n\u00bbWissen Sie, warum Sie heute Abend zu Ihnen gekommen ist?\u00ab, fragt das Medium. \u00bbSie will Ihnen sagen, Sie sollen sich mehr um sich selbst k\u00fcmmern, nicht immer um die anderen. Und Sie will Ihnen sagen, dass Sie sie sehr lieb hat.\u00ab<br \/>\nUnd nun z\u00fcckt auch die Frau neben mir ihr Taschentuch.<\/p>\n<p>Aber schon k\u00fcndigt das Medium die n\u00e4chste Geistererscheinung an. Ein kleines Kind.<br \/>\n\u00bbWer kann es nehmen?\u00ab<br \/>\nMehrere Arme gehen hoch. Auch meiner. Bin ich verr\u00fcckt. Sp\u00e4testens jetzt w\u00fcrde Harold aufstehen und weggehen.<br \/>\n\u00bbUnd dieser Junge ist zwei, drei Jahre alt. Wer kann es nehmen?\u00ab<br \/>\nAlle H\u00e4nde werden zur\u00fcckgezogen. Auch ich senke den Arm. Der Kleine war schon sechs.<br \/>\n\u00bbNein, ich habe nicht richtig hingesehen\u00ab, sagt das Medium. \u00bbDas Kind ist n\u00e4her gekommen, es ist \u00e4lter, vielleicht sechs.\u00ab<br \/>\nZ\u00f6gernd hebe ich die Hand. In der dritten Reihe sehe ich noch einen Arm.<br \/>\n\u00bbEs ist ein M\u00e4dchen\u00ab. Beide Arme gehen runter.<br \/>\n\u00bbHalt, halt, das Kind hat l\u00e4ngere Haare und ein allerliebstes Gesichtchen, deshalb habe ich gedacht, es sei ein M\u00e4dchen. Aber es ist ein Junge. Jetzt sehe ich ihn deutlich.\u00ab<br \/>\nHm, denke ich, der Kleine hatte kurze Haare, viel zu kurze f\u00fcr meinen Geschmack, aber vielleicht sind sie nachgewachsen in diesen zwei Jahren. Und ein allerliebstes Gesicht, das hatte er. Z\u00f6gernd hebe ich den Arm. Die andere Frau tut es mir gleich. Sie wird mir doch wohl nicht den Jungen wegschnappen wollen? Das ist meiner!<br \/>\n\u00bbEs ist Ihr Enkelkind.\u00ab<br \/>\n\u00bbJa\u00ab, sage ich.\u00a0 Sagt die Frau.<br \/>\n\u00bbUnd es ist der Sohn Ihres Sohnes!\u00ab<br \/>\nDie Frau vor mir gibt auf. Ich jubele innerlich, mein Kleiner ist gekommen. Er will mich besuchen. Mich.<br \/>\n\u00bbSie haben ihm immer Geschichten vorgelesen!\u00ab<br \/>\n\u00bbJa\u00ab, nicke ich und merke, wie mir die Tr\u00e4nen kommen.<br \/>\n\u00bbUnd er ist gekommen, um Ihnen zu sagen, dass er Sie sehr, sehr lieb gehabt hat. Und dass es ihm gut geht in dieser anderen Welt und dass er immer wieder zu Besuch kommen will.\u00ab<br \/>\nIch merke, wie mir Tr\u00e4nen der Freude \u00fcbers Gesicht laufen. Ich muss nachhause. Sofort. Ich muss Harold erz\u00e4hlen, was passiert ist. Der Kleine lebt, er will mit uns sprechen. Wir sind nicht allein. Und vielleicht bringt er eines Tages auch seinen Vater mit. Und seine Mutter.<br \/>\nDas Haus liegt im Dunklen. Ich trete in den finsteren Flur, nur im Keller brennt noch Licht. Ich st\u00fcrze die Treppe hinunter, rei\u00dfe die T\u00fcr auf. Vor meinen Augen baumeln sorgf\u00e4ltig geputzte, braune Schuhe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harold wollte nicht mitkommen. Kann ich ja verstehen. Er hasst Zusammenk\u00fcnfte mit vielen Menschen. F\u00fchle sich eingeengt, sagt er. Kriege keine Luft zum Atmen. Fr\u00fcher war er ganz anders. Harold konnte nicht genug kriegen vom Feiern und Tanzen. Trank auch gern mal ein Gl\u00e4schen zu viel, war lustig und gesellig. 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