{"id":754,"date":"2015-01-11T12:57:14","date_gmt":"2015-01-11T10:57:14","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=754"},"modified":"2015-05-18T15:48:26","modified_gmt":"2015-05-18T13:48:26","slug":"die-klingel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/die-klingel\/","title":{"rendered":"Die Klingel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/image004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-886\" src=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/image004.jpg\" alt=\"image004\" width=\"133\" height=\"150\" \/><\/a>\u00bbMama\u00ab, sagt Max-Emanuel und knabbert an seinen N\u00e4geln.<br \/>\n\u00bbNimm die Finger aus dem Mund\u00ab, sagt seine Mutter und schl\u00fcpft in den roten Mantel.<br \/>\n\u00bbMama\u00ab, versuchte es Max-Emanuel noch einmal.<br \/>\n\u00bbAlso, los. So wie du guckst &#8211; was hast du verbrochen?\u00ab<br \/>\n\u00bbTja, ich wei\u00df nicht so genau. Ich kann mein Mountainbike einfach nicht finden.\u00ab<!--more--><br \/>\n\u00bbWie, nicht finden?\u00ab<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df genau. Ich habe es vor dem Haus abgestellt.\u00ab<br \/>\n\u00bbAm St\u00e4nder angeschlossen?\u00ab<br \/>\n\u00bbJa, \u00e4h, ich glaub schon!\u00ab<br \/>\n\u00bbWei\u00dft du oder glaubst du?\u00ab<br \/>\n\u00bbEh, ich glaube, wei\u00df&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbMax-Emanuel, das Rad hat dir Oma letzte Woche zum Geburtstag geschenkt.\u00ab<br \/>\n\u00bbEh, ha, ich dachte ja nur&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbWas dachtest du?\u00ab<br \/>\n\u00bbVielleicht hast du es ja &#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbWas? Weggestellt? Habe ich nicht!\u00ab<br \/>\n\u00bbOder Marie-Luise?\u00ab<br \/>\n\u00bbMach dich nicht l\u00e4cherlich. Was soll Marie-Luise mit deinem Mountainbike? Die kommt doch noch gar nicht \u00fcber die Stange.\u00ab<br \/>\n\u00bbAber vielleicht wollte sie&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbRed keinen Quatsch. Du hast das Rad unabgeschlossen vor die Haust\u00fcr geknallt, und nun ist es weg.\u00ab<br \/>\nMax-Emanuel f\u00e4ngt an zu weinen. \u00bbMama, ich &#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbAlso, langsam reicht es mir. Das wievielte Rad ist das nun? Die Versicherung wird uns rausschmei\u00dfen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00ab<br \/>\n\u00bbKann man nicht bei der Polizei?\u00ab<br \/>\n\u00bbJa klar, da haben es die Diebe abgegeben. Du mit deinen acht Jahren, du m\u00fcsstest doch auf dein Rad aufpassen k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\n\u00bbMama, ich &#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbAch, sei ruhig. Du und deine Schlamperei. Warum nimmst du dir nicht ein Beispiel an deiner kleinen Schwester. Marie-Luise h\u00e4lt ihre Sachen immer zusammen.\u00ab<br \/>\n\u00bbMama, was soll ich nun Oma sagen, wenn sie morgen kommt?\u00ab<br \/>\n\u00bbNa, da kannst du dir was Sch\u00f6nes ausdenken. Ich nehm dich nicht in Schutz.\u00ab<br \/>\n\u00bbSoll ich zur Polizei&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbMach, was du willst. Ich fahre jetzt mit Marie-Luise in die Stadt zum Einkaufen.\u00ab<br \/>\nSie \u00fcberlegt kurz. \u00bbOk., und wenn wir noch Zeit haben, gehen wir auf dem Fundamt vorbei. Es geschehen ja manchmal noch Wunder.\u00ab<br \/>\n\u00bbDanke, Mama!\u00ab<br \/>\nDie Mutter rollt mit den Augen, ruft ihre Tochter, die dem gro\u00dfen Bruder noch schnell die Zunge herausstreckt und dann ins Auto h\u00fcpft.Der Bruder reckt den Stinkefinger, heimlich.<br \/>\nVor dem Fundamt sind Parkpl\u00e4tze frei.<br \/>\n\u00bbHat Max-Emanuel wieder sein Fahrrad verloren?\u00ab, zwitschert Marie-Luise und ergreift Mutters Hand. \u00bbDa wird Oma aber traurig sein.\u00ab<br \/>\n\u00bbDu h\u00e4ltst jetzt den Mund\u00ab, sagt die Mutter. \u00bbVielleicht haben wir ja Gl\u00fcck.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch habe mein Rad noch nie verloren\u00ab, Marie-Luise l\u00e4sst nicht locker. \u00bbIch schlie\u00dfe es immer ab.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas wei\u00df ich, Schatz! Nun komm, vielleicht finden wir Max-Emanuels Rad. Wir m\u00fcssen die R\u00e4der genau angucken.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df genau, wie es ausschaut. Gelb\u00ab, sagt Marie-Luise.<br \/>\nEin Angestellter geht mit ihnen in den gro\u00dfen Keller, in dem Hunderte von R\u00e4dern nebeneinander aufgebockt stehen.Schweigend gehen sie durch die Reihen. Kein gelbes Mountainbike.<br \/>\nAuf einmal bleibt Marie-Luise stehen. V\u00f6llig hingerissen.<br \/>\n\u00bbSchau mal, Mama\u00ab, sagt sie. \u00bbDa ist mein Rad.\u00ab<br \/>\n\u00bbWas?\u00ab, fragt die Mutter. \u00bbDein Rad? Ist dein Rad denn auch weg?\u00ab<br \/>\n\u00bbN\u00f6,\u00ab, sagt Marie-Luise. \u00bbGar nicht. Aber das ist mein Rad. Komisch!\u00ab<br \/>\nSie stehen vor einem roten Kinderrad.<br \/>\n\u00bbH\u00f6r mal Kleine\u00ab, sagt der Angestellte \u00bbWieso wei\u00dft du, dass das dein Rad ist.\u00ab<br \/>\n\u00bbIst doch klar\u00ab, sagt Luise, ohne zu z\u00f6gern. \u00bbDie Klingel!\u00ab<br \/>\n\u00bbWelche Klingel?\u00ab<br \/>\n\u00bbNa, die Radklingel.\u00bb<br \/>\n\u00bbWie sieht denn deine Klingel aus?\u00ab<br \/>\n\u00bbIst ne Prinzessin drauf. Prinzessin Lilofee, du Dummi!\u00ab<br \/>\n\u00bbHe, he, Marie-Luise\u00ab, sagt die Mutter..<br \/>\n\u00bbIst doch wahr\u00ab, sagt Marie-Luise. \u00bbUnd die Prinzessin Lilofee hat ein goldenes Kleid an, nicht so ein bl\u00f6des rosanes. Und da ist ein Kratzer drauf. Hat der bl\u00f6de Finn Linus gemacht.\u00ab<br \/>\nTats\u00e4chlich, auf dem goldenen Kleid von Prinzessin Lilofee ist ein Kratzer, der quer \u00fcber die Klingel geht.<br \/>\n\u00bbAber ich habe Finn Linus gebissen\u00ab, sagt Marie-Luise stolz. \u00bbDa hat er geweint.\u00ab<br \/>\n\u00bbSie hat einen gro\u00dfen Bruder\u00ab, sagte die Mutter entschuldigend zu dem Angestellten.<br \/>\n\u00bbSie muss sich wehren.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas werden wir gleich haben\u00ab, sagt der Mann. \u00bbWir m\u00fcssen herausfinden, wo das Rad gefunden wurde.\u00ab<br \/>\nZusammen gehen sie ins B\u00fcro in die erste Etage. Die nette junge Frau wirft einen Blick in die Unterlagen.<br \/>\n\u00bbTats\u00e4chlich\u00ab, sagt sie. &#8220; Ihre Tochter scheint Recht zu haben. Das Kinderrad stand vor dem kleinen Kiosk am Ende der Stra\u00dfe, in der Sie wohnen.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch habe da Lollis gekauft\u00ab, sagt Marie-Luise fr\u00f6hlich. &#8222;Ich glaube, ich habe das Rad vergessen.\u00ab Sie schaut die Angestellte an. \u00bbIst gar nicht weit bis nachhause. Kann man auch zu Fu\u00df gehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbNa, da hast du aber Gl\u00fcck gehabt, Kleine\u00ab, sagt die Frau und lacht. &#8222;Da hat jemand aus der Stra\u00dfe das Rad bei uns abgegeben.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch hab eben einfach Gl\u00fcck\u00ab, Marie-Luise sch\u00fcttelt ihre hellen Locken. \u00bbUnd was ist nun mit dem Rad von Max-Emanuel? Ich wette, es ist weg.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbMama\u00ab, sagt Max-Emanuel und knabbert an seinen N\u00e4geln. \u00bbNimm die Finger aus dem Mund\u00ab, sagt seine Mutter und schl\u00fcpft in den roten Mantel. \u00bbMama\u00ab, versuchte es Max-Emanuel noch einmal. \u00bbAlso, los. So wie du guckst &#8211; was hast du verbrochen?\u00ab \u00bbTja, ich wei\u00df nicht so genau. Ich kann mein Mountainbike einfach nicht finden.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-754","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kindergeschichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=754"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":979,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754\/revisions\/979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}