{"id":613,"date":"2014-04-04T10:35:49","date_gmt":"2014-04-04T08:35:49","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=613"},"modified":"2020-02-16T17:46:05","modified_gmt":"2020-02-16T16:46:05","slug":"familienidyll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/familienidyll\/","title":{"rendered":"Familienurlaub"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/image005.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-887\" src=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/image005.jpg\" alt=\"image005\" width=\"122\" height=\"150\" \/><\/a> In Deutschland war es windig und kalt,\u00a0 aber auf den Kanaren scheint die Sonne. \u00dcber die hohen Berge ziehen wei\u00dfe Sch\u00e4fchenwolken. Strandwetter. Mama, Papa, Julian und Tommi sitzen auf der Terrasse im Ferienhaus und schauen aufs Meer. Der Atlantik hat\u00a0 hohe Wellen, drau\u00dfen sind Katzenk\u00f6pfe zu sehen.<br \/>\n&#8222;Ich will baden&#8220;, sagt Julian und springt vom Fr\u00fchst\u00fcckstisch auf.<br \/>\n&#8222;Erst aufessen&#8220;, sagt Papa. &#8222;Das M\u00fcsli wird aufgegessen.&#8220;<!--more--><br \/>\n&#8222;Ich habe keinen Hunger mehr&#8220;, mault Julian und schiebt seine Sch\u00fcssel hin\u00fcber zu seinem kleinen Bruder Tommi, der immer alles in sich hineinschaufelt.<br \/>\nDoch Tommi hat genau zugeh\u00f6rt.<br \/>\n&#8222;Wassa&#8220;, schreit er. &#8222;Schtand.&#8220; Er wei\u00df genau, was er will, und trommelt mit seinem L\u00f6ffel auf den Tisch &#8222;Baden.&#8220;<br \/>\n&#8222;Nun ist Schluss&#8220;, sagt Mama. &#8222;Wir haben den ganzen Tag Zeit. Ihr esst jetzt euer M\u00fcsli auf, sonst habt ihr in einer Stunde schon wieder Hunger.&#8220;<br \/>\n&#8222;Eisch&#8220;, schreit Tommi begeistert. &#8222;Eisch!&#8220;<br \/>\n&#8222;Ok., am Strand gibt es ein Eis, aber nur, wenn ihr euer Fr\u00fchst\u00fcck aufgegessen habt.&#8220;<br \/>\nIm Nu ist auch der letzte L\u00f6ffel M\u00fcsli verschwunden.<br \/>\nTommi kommt mit seinen Schwimmfl\u00fcgeln angerannt und steht schon an der T\u00fcr.<br \/>\nJulian packt seine Badehose mit dem Schwimmabzeichen in den blauen Rucksack, stopft sein Lieblingshandtuch dazu.<br \/>\n&#8222;Immer diese Hektik&#8220;, schimpft Mama und f\u00e4ngt an, den Tisch abzur\u00e4umen..<br \/>\n&#8222;He, Julian, bring deine Schale und dein Glas in die K\u00fcche.&#8220;<br \/>\n&#8222;Mann eh&#8220;, sagt Julian, l\u00e4sst aber dann doch den Rucksack fallen und schnappt das Glas.<br \/>\n&#8222;Tommi auch&#8220;, sagt Tommi und tr\u00e4gt stolz eine halbe Banane in die K\u00fcche.<br \/>\nPapa ist schon unten am Auto, r\u00e4umt Badematten, Sonnenschirm, Handt\u00fccher in den Kofferraum.<br \/>\n&#8222;Vergiss das Sonnen\u00f6l nicht&#8220;, ruft er Mama zu. &#8222;Die Sonne brennt ganz sch\u00f6n stark.&#8220;<br \/>\nEndlich ist alles eingepackt, die Familie ist startklar. Papa l\u00e4sst den Wagen an.<br \/>\n&#8222;Mist, ich habe meine Sonnenbrille vergessen&#8220;, sagt Mama.<br \/>\nAlso, zur\u00fcck ins Haus, Sonnenbrille holen.<br \/>\n&#8222;Hat sonst noch jemand etwas vergessen&#8220;, fragt Papa und rollt mit den Augen.<br \/>\n&#8222;Ich muss Pipi&#8220;, sagt Julian und rennt hinter Mama her.<br \/>\n&#8222;Tommi auch&#8220;, sagt Tommi und reibt an seiner Windel.<br \/>\n&#8222;Das kann ja heiter werden&#8220;, sagt Papa.<br \/>\n&#8222;Ich dachte, du willst noch ein Kind&#8220;, ruft Mama \u00fcber die Schulter zur\u00fcck. &#8222;Dann dauert alles noch l\u00e4nger.&#8220;<br \/>\nPapa zuckt die Schultern und sagt: &#8222;OK., OK., dann gehe ich auch noch zur Toilette.&#8220;<br \/>\n&#8222;Bitte nicht&#8220;, sagt Mama. &#8222;Das dauert ja dann ewig.&#8220;<\/p>\n<p>Aber schlie\u00dflich kommen sie doch noch zum Strand. Hier auf Lanzarote ist der Sand nicht wei\u00df, sondern ganz dunkel. Das kommt von der Vulkanasche, die der Timanfaya, der h\u00f6chste Berg auf der Insel, im Laufe der Jahrmillionen immer wieder in die Luft geschleudert hat.<br \/>\n&#8222;Deckig&#8220;, sagt Tommi und guckt skeptisch auf seine kleinen F\u00fc\u00dfe, die ganz schwarz geworden sind. &#8222;Waschen&#8220;, und er watschelt zum Meer.<br \/>\n&#8222;Stop&#8220;, schreit Papa und rennt ganz schnell hinterher. &#8222;Schwimmfl\u00fcgel anziehen.&#8220;<br \/>\nJulian schaut auch nicht gerade begeistert auf den schwarzen Sand. Feink\u00f6rnig ist er ja, tut auch nicht an den F\u00fc\u00dfen weh, aber komisch sieht er schon aus? Und was ist \u00fcberhaupt ein Vulkan?<br \/>\n&#8222;Mama, was ist ein Vulkan?&#8220;, fragt Julian.<br \/>\n&#8222;Das kann Opa besser erkl\u00e4ren&#8220;, sagt Mama.<br \/>\n&#8222;Wo ist Opa? Schade, Opa ist nicht mitgekommen.\u00ab<br \/>\n&#8222;Ich kann das auch erkl\u00e4ren&#8220;, sagt Papa.<br \/>\n&#8222;Opa wei\u00df alles&#8220;, beharrt Julian.<br \/>\n&#8222;H\u00f6r mal!\u00ab, sagt Papa. Aber Julian h\u00f6rt schon nicht mehr zu. Er hat Max-Emanuel entdeckt, der mit seiner Mama auch auf Lanzarote Urlaub macht. Max-Emanuel tr\u00e4gt ein gro\u00dfes gelbes Brett unter dem Arm.<br \/>\n&#8222;Wof\u00fcr ist das denn?&#8220;, fragt Julian neugierig, und auch Tommi hat vor Aufregung einen Finger in den Mund gesteckt und schaut das Board fasziniert an.<br \/>\n&#8222;Mein neues Bodyboard&#8220;, sagt Max-Emanuel. &#8222;Hat meine Mama mir heute Morgen gekauft.&#8220;<br \/>\nEr stapft ins Wasser und wirft das Brett auf eine Welle. Im Nu wird es wieder in den Sand geschwemmt.<br \/>\n&#8222;Man muss sich drauffletschen, dann kann man auf der Welle reiten&#8220;, sagt Max-Emanuel wichtigtuerisch und schiebt das Bord tiefer ins Wasser.<br \/>\n&#8222;Pass blo\u00df auf, Max- Emanuel&#8220;, sagt Max-Emanuels Mutter. &#8222;Nicht dass du ertrinkst.&#8220;<br \/>\n&#8222;Bei den hohen Wellen ist das auch ganz sch\u00f6n gef\u00e4hrlich&#8220;, sagt Papa und zieht Max-Emanuel aus dem Wasser. Husten tut er und spucken. &#8222;Ii, ist das Wasser salzig.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich zeig`s euch&#8220;, sagt Papa, nimmt Max- Emanuel das Board ab und rennt in die Wellen. \u00dcber den ersten Brecher springt er r\u00fcber, h\u00e4lt das Brett in die H\u00f6he, die zweite Welle nimmt er tauchend und die dritte\u2026<br \/>\n&#8222;Komm zur\u00fcck&#8220;, schreit Mama. &#8222;Die Jungs machen dir alles nach. Das ist viel zu gef\u00e4hrlich.&#8220;<br \/>\nDoch da hat sich Papa schon mit dem Bauch auf das Brett geschmissen und rast auf zwei gro\u00dfen Wellen auf den Strand zu. Strahlend richtet er sich auf.<br \/>\n&#8222;Geil&#8220;, sagt er. &#8222;So ein Brett will ich auch.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich auch&#8220;, sagt Julian&#8220;<br \/>\n&#8222;Tommi Bett haben&#8220;,&#8220; sagt Tommi.<br \/>\n&#8222;Du bist zu klein&#8220;, sagt Julian. &#8222;Du kriegst kein Brrrrett. Du kannst ja noch nicht mal \u00b4Brrrett` sagen.<br \/>\nTommi schreit sofort los: &#8222;Bett haben, Bett haben!&#8220; Er wirft sich in den Sand. Ein schwarzsandiges Rumpelstilzchen.<br \/>\nDoch das h\u00f6rt Papa schon nicht mehr. Er krault schon l\u00e4ngst mit dem Brett \u00fcber den n\u00e4chsten Wellenberg, weiter hinaus ins Meer.<br \/>\nMax-Emanuels Mutter sch\u00fcttelt den Kopf. &#8222;Eigentlich ist das Max-Emanuels Brett. Max-Emanuel wird gleich weinen.\u00ab<br \/>\nMax- Emanuel heult sofort los.<br \/>\n&#8222;Mein Brett. Mein Brett!&#8220;<br \/>\n&#8222;Kommt, wir bauen eine gro\u00dfe Burg, Jungs&#8220;, sagt Mama peinlich ber\u00fchrt.&#8220; Papa wird schon wieder kommen.&#8220;<\/p>\n<p>Sie wendet sich an Max-Emanuels Mutter, zuckt hilflos mit den Schultern. &#8222;M\u00e4nner!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland war es windig und kalt,\u00a0 aber auf den Kanaren scheint die Sonne. \u00dcber die hohen Berge ziehen wei\u00dfe Sch\u00e4fchenwolken. Strandwetter. Mama, Papa, Julian und Tommi sitzen auf der Terrasse im Ferienhaus und schauen aufs Meer. 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