{"id":241,"date":"2012-11-11T18:54:25","date_gmt":"2012-11-11T16:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=241"},"modified":"2016-01-16T19:22:21","modified_gmt":"2016-01-16T17:22:21","slug":"sonntagnachmittag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/sonntagnachmittag-2\/","title":{"rendered":"Bye, bye, love"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?attachment_id=380\" rel=\"attachment wp-att-380\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-380\" title=\"Female Killerbee Royal python, ball python, Python regius\" src=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/fotolia_35199098_xs1-150x150.jpg\" alt=\"Female Killerbee Royal python, ball python, Python regius\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/fotolia_35199098_xs1-150x150.jpg 150w, https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/fotolia_35199098_xs1-299x300.jpg 299w, https:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/fotolia_35199098_xs1.jpg 346w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Da stehen sie auf ihren Terrakotta gefliesten Terrassen und glotzen sich die Augen aus dem Kopf. Crime-Time in der Luxus-Wohnanlage. Polizeiautos zwischen Fliederb\u00fcschen, Glyzinien und Goldregen. Dicke Streifenbeamte, die mit Gewalt die T\u00fcr zu Eingang Nr.10 aufbrechen. Ich bin unbemerkt mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage gekommen. Die T\u00fcr zum Dachboden war zum Gl\u00fcck\u00a0 auf. Mich kriegen sie nicht. Nie. Ich bin zu schlau f\u00fcr die. Zugegeben, den Kakadu zu vergessen, war ein Fehler.<!--more--> Habe ich leider erst nach ein paar Tagen gecheckt. Ich sofort zur\u00fcck zum Apartment. Das Gezeter war schon von drau\u00dfen zu h\u00f6ren. Blaulicht. Jemand muss die Bullen benachrichtigt haben. Mit Geld hat man Anspruch auf friedhofs\u00e4hnliche Ruhe. Million\u00e4rspack! Aber ich habe blendend verdient an ihnen. Zum Haareschneiden sind die Damen gern gekommen. Dazu war ich gut genug. Das habe ich ja auch schwarz gemacht, und Madame hat gern die lumpigen Euros gespart, die ihr die Edelsalons in der Innenstadt\u00a0 abgenommen h\u00e4tten. Ich bin mindestens genauso gut wie die. Ich bin ein K\u00fcnstler. Ein Haark\u00fcnstler.<br \/>\nD<em>as wissen meine Kundinnen die verw\u00f6hnten Schabracken mit den d\u00fcnnen H\u00e4rchen die alle aussehen wollen wie Julia Roberts und ich habe sie frisiert wie Julia Roberts oder Demi Moore oder wie die alle hei\u00dfen jede Menge Spray und k\u00fcnstliche Haarteile und Farbe viel Farbe um die grauen Haarans\u00e4tze zu verdecken Gesichter wie verknittertes Pergament daf\u00fcr ist der Sch\u00f6nheitschirurg zust\u00e4ndig nicht ich falls der noch was machen kann aber ich war immer h\u00f6flich und zuvorkommend habe ihnen geschmeichelt und Komplimente gemacht die haben sie eingesaugt wie Honig was kann ich daf\u00fcr dass ihre Ehem\u00e4nner mit hei\u00dfen jungen Blondinen fremdgehen sie haben mir ihr Leid geklagt geschimpft, geweint herzzerrei\u00dfend bin ich ihr Therapeut was zahlen sie dem die Stunde der kann doch auch nichts daran \u00e4ndern dass sie vor Langeweile zugrunde gehen schwierig war es nur wenn die Damen austreten mussten die Nase pudern wie sie sagten ich habe sie meistens bis an die Klot\u00fcr begleitet nicht dass sie aus Versehen ins Badezimmer rannten ich habe ja immer sorgf\u00e4ltig abgeschlossen die Badezimmert\u00fcr und das Wohnzimmer mit dem Terrarium einen Herzinfarkt konnte ich wirklich nicht brauchen schreckhaft wie die D\u00e4mchen nun einmal sind gut hatten sie es bei mir frisch gebr\u00fchter Kaffe englischer Tee am liebsten Sekt oder Wei\u00dfwein schon am fr\u00fchen Morgen sonst ist die Tristesse wohl nicht auszuhalten die Welt sch\u00f6n trinken. <\/em><em>Ich trinke nicht nie never keinen einzigen Tropfen. <\/em><br \/>\n<em>Du bist sch\u00f6n wie ein Gott hat Friedhelm anfangs immer gesagt als er noch verliebt war und unbedingt bei mir einziehen wollte mit seinen Tieren und ich habe es erlaubt ich habe zugelassen dass er das Lebendfutter in der Badewanne hortete habe das Wohnzimmer geopfert damit er das gro\u00dfe Terrarium bauen konnte mit Temperaturregler und Feuchtigkeitsspender und allem Pipapo ein Dschungel aus Kletterb\u00e4umen und exotischen Lebendpflanzen, Moosen und Flechten sah toll aus wie im tropischen Regenwald stundenlang haben wir davor gesessen. Friedhelm konnte sich nicht sattsehen an den Tieren der Anblick hat ihn geil gemacht sein Schwanz starr aufgerichtet wie eine attackierende Schlange komm mein Psychopath hat er gesagt und mich von hinten genommen aber wer war der Psychopath er hat mit diesen Spielchen angefangen nicht ich doch dann ist er abgehauen mit so einem verwichsten Filmemacher aus der M\u00fcnchener Schickeria dein K\u00f6rper reizt mich nicht mehr hat er gesagt du wirst alt hat er gesagt dein Bauch zeigt Ans\u00e4tze von Fett.<\/em><br \/>\n<em>Dabei gehe ich regelm\u00e4\u00dfig ins Fitness-Studio mache Situps morgens und abends Mein Bauch flach wie ein Brett. Ich esse vegetarisch, nur biologisch-dynamische Kost, viel Wasser, viel Obst und Jogurt, nie S\u00fc\u00dfigkeiten. Ich wei\u00df nicht, was Friedhelm will habe mich gut gehalten mit meinen 50 Jahren meine Haare sind schwarz, nachgeholfen &#8211;\u00a0 zugegebenerma\u00dfen &#8211; aber Friedhelm ist auch nicht mehr zwanzig.<\/em><br \/>\n<em>Du bist kein guter Fick mehr hat er gesagt ich begehre dich nicht mehr du nimmst mir die Luft zum Atmen diese erb\u00e4rmliche Kreatur alles habe ich f\u00fcr ihn bezahlt alles die Miete f\u00fcr die Wohnung Urlaube das Erbe meiner Mutter ist fast aufgebraucht was hat er denn schon als Modell verdient die Auftr\u00e4ge lie\u00dfen in letzter Zeit doch auch nach und ausgerechnet er will jetzt Karriere als Schauspieler machen das ich nicht lache und die Tiere habe ich ihn gefragt kannst du behalten hat er gesagt als Erinnerung da hast du lange was von und als er sich dann mit einem Schulterzucken wegdrehte habe ich ihn gepackt gew\u00fcrgt seinen Kopf gegen die Stangen des Terrariums geschlagen er war schnell bewusstlos und ich habe die Stahlt\u00fcr aufgemacht und ihn hineingezw\u00e4ngt nun ist er im Paradies bei seinen geliebten Schlangen und von den Fr\u00fcchten an den B\u00e4umen kann er pfl\u00fccken so viel er will und mit den Englein Fl\u00f6te spielen ich werd ihn nicht hindern ihm nicht mehr im Wege stehen.<\/em><br \/>\n<em> I<\/em>n der Absteige, in der ich wohne, bis alles organisiert ist, findet mich niemand. Meinen verehrten Kundinnen habe ich gesimst, dass ich bis auf Weiteres verreist sei. Die Ratten und M\u00e4use im Badezimmer werden mittlerweile krepiert sein, aber der verdammte Kakadu hat bestimmt die gesamte Nachbarschaft genervt mit seinem lauten Hungergeschrei, wahrscheinlich haben sie deshalb die Polizei gerufen, weil sie das Gekr\u00e4chze nicht mehr ertragen haben.<br \/>\nIch habe die Bullen gerade noch rechtzeitig gesehen. Konnte abhauen. Hier oben hinter der blinden Scheibe der Dachluke bin ich unsichtbar. Ich kann unbemerkt \u00fcber die Feuerleiter verschwinden. Werden sie Friedhelm finden? Die Tierchen haben ihn bestimmt erdrosselt. Vielleicht auch hinuntergew\u00fcrgt. Igitt! Geschieht ihm recht. Serves him right!<br \/>\nDie Dicke unter mir h\u00e4ngt so weit \u00fcber dem Gel\u00e4nder, gleich hebt sie ab. Aus allen Fenstern japsen sie vor Erregung, die Weiber. Jetzt kommt auch noch ein grauer Kastenwagen. \u00abTiertransporte\u00bb steht drauf. Zwei M\u00e4nner in wei\u00dfen Schutzanz\u00fcgen. Na, die werden staunen. Ein Schrei vom Balkon unten. Die M\u00e4nner kommen zur\u00fcck. Tragen sie Kleopatra oder Mark Anton? Der\u00a0 lange Schlangenk\u00f6rper schlaff und durchgebogen wie ein Schlauch. Der Kopf ist deutlich erkennbar, gro\u00df und abgeflacht. Es ist Kleopatra. Klar. Bei den Pythons sind die Weibchen gr\u00f6\u00dfer als die M\u00e4nnchen. Dunkle Rauten auf gelbem Grund. Sch\u00f6ne Tiere. Die M\u00e4nner gehen zur\u00fcck ins Haus. Sie holen wohl Mark Anton. Eigentlich br\u00e4uchten sie mehr Leute. Pro Meter einen Mann, das sagen die Sicherheitsbestimmungen. Falls was passiert. Wenn eine Riesenschlange sich erst einmal um deinen Arm windet oder um den Hals, dann wird\u2018s gef\u00e4hrlich. Friedhelm und ich, wir waren vorsichtig. Haben sie nie herausgeholt. Nur zugeguckt, wie sie sich \u00fcber den Boden geschl\u00e4ngelt haben. Oder den Kunstbaum hoch. Welche Eleganz. Wie sie sich die Ratten und M\u00e4use geschnappt haben. Erst starr fixiert. Dann ruck zuck. Manchmal auch Kaninchen. Aber die haben mir leidgetan. Die waren so niedlich. Totenstille auf den Balkonen. Wei\u00dfe Gesichter. Freut euch, Leute, endlich mal action in der Seniorenresidenz. Was wollen die mehr? Besser als jeder Tatort. Ich haue ab, solange noch alle mit Glotzen besch\u00e4ftigt sind. Bye, bye, love! Das war`s. Mein Flugticket ist gebucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Da stehen sie auf ihren Terrakotta gefliesten Terrassen und glotzen sich die Augen aus dem Kopf. Crime-Time in der Luxus-Wohnanlage. Polizeiautos zwischen Fliederb\u00fcschen, Glyzinien und Goldregen. Dicke Streifenbeamte, die mit Gewalt die T\u00fcr zu Eingang Nr.10 aufbrechen. Ich bin unbemerkt mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage gekommen. 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