{"id":1443,"date":"2017-08-17T10:06:20","date_gmt":"2017-08-17T08:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=1443"},"modified":"2018-09-12T20:22:13","modified_gmt":"2018-09-12T18:22:13","slug":"bear-country","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/bear-country\/","title":{"rendered":"It is Bear Country"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/b_019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1542\" src=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/b_019-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>10. April 2017<br \/>\nGestern bin ich mit meinem Professor nach Oslo geflogen. Von Bremen aus mit Ryanair. Logo, auch die Uni muss sparen. Aber das Angebot des Alfred-Wegener-Instituts, gemeinsam auf Spitzbergen zu forschen, konnte mein Prof sich nicht entgehen lassen. Und ich habe Luftspr\u00fcnge gemacht, als er mich fragte, ob ich nicht mitkommen wolle zu der internationalen Forschungsstation nach Ny-Alesund. W\u00e4re sicher gut f\u00fcr meine Master-Arbeit. Und wer wei\u00df, vielleicht springt noch eine Promotion dabei heraus. Atmosph\u00e4rische Forschung, das genau ist es, wof\u00fcr ich mich als Biologin interessiere. Ein Forscherteam soll die riesigen Algenteppiche im Nordmeer untersuchen und die Auswirkung des Klimawandels auf die Pflanzen: Chlorophyllgehalt, Pigmente, Antioxydantien. Die Gletscher schmelzen und das ist der Grund, dass das Wasser im Nordmeer immer weniger salzhaltig ist. Die Konsequenzen f\u00fcr Flora und Fauna sind un\u00fcbersehbar.<!--more--><\/p>\n<p>11. April<br \/>\nEndlich werde ich die unendliche Weite der Arktis, das Nordmeer, die Gletscher und &#8211; hoffentlich &#8211; die Eisb\u00e4ren sehen. Ob ich \u00fcberhaupt welche sehe? Ich bin eher skeptisch. Schie\u00dftraining auf dem Bundeswehrgel\u00e4nde in Altenwalde war obligatorisch. Wir haben auf Papp-Eisb\u00e4ren gezielt. Es soll auf Spitzbergen mehr Eisb\u00e4ren als Menschen geben. Das glaube ich einfach nicht. Das Schie\u00dftraining hat mir Spa\u00df gemacht. Aber kann ich auf ein so gro\u00dfes, lebendiges Tier schie\u00dfen? Gibt es nicht so was wie eine T\u00f6tungshemmung? Zumindest beim ersten Mal? Aber ein zweites Mal gibt es nicht, hat man uns eingebl\u00e4ut.<br \/>\nBerichte und Filme \u00fcber die Arktis haben mich schon als Kind fasziniert. Und so gef\u00e4hrlich wie noch vor 100 Jahren ist eine Expedition auch nicht mehr, geschweige denn ein organisierter Aufenthalt in einem Wissenschaftlerdorf auf Spitzbergen. Das musste ich aber erst einmal meinen Eltern klarmachen. Jutebeutel schleppen, Heizung herunterdrehen und den M\u00fcll trennen bis zum Gehtnichtmehr, das k\u00f6nnen sie, aber wenn die eigene Tochter mal wirklich was Sinnvolles gegen den Klimawandel tun will, ist das Geschrei gro\u00df. Sie machten sich Sorgen. Tja, ich bin die einzige Tochter. Die h\u00e4tten sich noch zwei S\u00f6hne zulegen sollen, dann w\u00fcssten sie wahrscheinlich, was richtige Sorgen sind.<br \/>\nEine Maschine der Norwegian Airlines wird uns morgen gegen Mittag von Oslo nach\u00a0Longyearbyen bringen. Am n\u00e4chsten Tag wird eine kleine Maschine uns nach Ny-Alesund fliegen.<br \/>\n\u00bbIm Bett sterben die meisten Menschen\u00ab, hat meine Oma immer gesagt, \u00bbnicht beim Flugzeugabsturz.\u00ab Recht hatte sie.<\/p>\n<p>12. April<br \/>\nBeim Landeanflug haben wir alle den Atem angehalten: Schnee in gro\u00dfen Flocken, die Sicht in Nebelfetzen zerrissen, seitlicher Wind mit kr\u00e4ftigen B\u00f6en. Der gro\u00dfe Flieger schaukelte heftig. Wir krallten uns in unsere Sitze, aber der Flugkapit\u00e4n meldete sich \u00fcber Mikrofon. Dies sei nicht seine erste Landung bei schlechtem Wetter, sagte er auf Englisch und Norwegisch. Im Ernstfall w\u00fcrde er durchstarten. Keine Panik! Ich atmete tief durch und dachte an die beruhigenden Worte meiner Oma.<\/p>\n<p>13. April<br \/>\n\u00dcber Nacht heftiger K\u00e4lteeinbruch, die Stra\u00dfen und Pisten in Longyearbyen liegen unter einer dicken Eisschicht. Da kann auch der flugerfahrene Mats-Ole, der uns und weitere zw\u00f6lf Wissenschaftler mit einer kleinen Maschine nach Ny-Alesund bringen soll, nichts machen.<br \/>\n\u00bbSchietwetter\u00ab, sagt er mit stark hamburgischem Akzent und zuckt die Schultern. Die Flughafenpisten m\u00fcssen enteist werden, der Flieger nat\u00fcrlich auch. Wir schlindern zur\u00fcck ins Hotel, schieben die schweren Rucks\u00e4cke vor uns her. Auf der spiegelglatten Stra\u00dfe setze ich mich heftig auf den Po, trotz Spikes an den F\u00fc\u00dfen.\u00a0Aus dem Hotelfenster gucke ich auf die menschenleeren Stra\u00dfen. Eine graue Geisterstadt in diffusem, hellem Licht. Ich schie\u00dfe ein paar Fotos, dann breite ich meine Papiere auf dem kleinen Tisch aus und versuche, mich auf die Forschungsarbeit vorzubereiten. Ich habe Bammel. Was kommt rein praktisch-technisch auf mich zu?<br \/>\nIch bin ganz froh, dass der Chef gegen 18 Uhr an die T\u00fcr klopft und fragt, ob wir zusammen ins kleine Restaurant nebenan schliddern sollten, um ein bisschen norwegischen Lachs zu essen. Vielleicht ein oder zwei Gl\u00e4ser Wei\u00dfwein zu trinken.<br \/>\n\u00bbWein? Der ist doch in Norwegen viel zu teuer\u00ab, sage ich.<br \/>\nEr lacht: \u00abSpitzbergen ist zollfreies Gebiet. Komm, los, ich lade dich ein! Die franz\u00f6sischen Kollegen kommen auch mit. \u00dcbrigens, ich hei\u00dfe Christian. Wir duzen uns hier untereinander.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch bin Janina!\u00ab<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df. Nun mal los, Janina!\u00ab<\/p>\n<p>14. April<br \/>\nWar ein netter Abend gestern. Habe endlich auch die franz\u00f6sischen Wissenschaftlerinnen n\u00e4her kennengelernt, mit denen wir uns das blaue Haus teilen: zwei Biologinnen, eine Physikerin. Auch mein Chef ist gar nicht so alt, wie sein Professorentitel vermuten l\u00e4sst. Er sieht auch noch ganz jungenhaft aus. Mit viel Haar und so und einem netten Lachen. Er hat mir Einzelheiten \u00fcber Ny-Alesund erz\u00e4hlt. Ich wusste schon, dass etwa 160 Menschen dort im Sommer leben, Wissenschaftler aus Deutschland, Norwegen, Frankreich, D\u00e4nemark, ein paar Japaner, alles in allem zw\u00f6lf Nationen. Die meisten bleiben nur ein paar Wochen w\u00e4hrend der Sommermonate. Im Winter leben nur 30 Leute im Dorf. Drei Wissenschaftler halten das ganze Jahr \u00fcber die Stellung: ein Stationsleiter, ein Ingenieur, ein Logistiker. Zurzeit zwei Frauen und ein Mann.<br \/>\n\u00bbGibt es da keine Probleme?\u00ab, habe ich Christian gefragt.<br \/>\n\u00bbWas f\u00fcr Probleme?\u00ab, fragte er. \u00bbWissenschaftliche, interkulturelle &#8230; ?\u00ab Er hat gegrinst und ich habe gef\u00fchlt, wie ich rot wurde. \u00bbNee, \u00e4h &#8230; \u00ab<br \/>\n\u00bbAch, zwischenmenschliche, meinst du wohl! Liebesgeschichten!\u00ab Wieder sein jungenhaftes Lachen. \u00bbNa klar, sonst w\u00e4re es auch zu langweilig. Zurzeit hat die Stationsleitung was mit einem russischen Taucher, h\u00f6rt man so. Klatsch und Tratsch, nehme ich an. Aber wer wei\u00df. Also h\u00fcte dich vor den Tauchern. Das sind virile Naturburschen, bleiben volle drei Monate im Sommer und f\u00fcrchten weder Tod noch Teufel noch Eisb\u00e4ren. Auch keine h\u00fcbschen deutschen Studentinnen.\u00ab<br \/>\nChristian bestellte noch Wein. Wir prosteten uns zu. Wirklich netter Kerl. Leider verheiratet. Schade!\u00a0Drau\u00dfen spiegelten sich die Neonlichter der Reklametafeln auf den spiegelglatten, hellen Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>15. April<br \/>\nMorgens der erste Blick aus dem Fenster. Immer noch dieselbe Szenerie. Unter einer dicken Eisschicht liegen Stra\u00dfen, H\u00e4user, Autos. Nichts bewegt sich. Was kostet es eigentlich die Uni, wenn wir so lange hier festsitzen.<br \/>\nAm fr\u00fchen Abend klopft Christian. Er hat sich mit den norwegischen und franz\u00f6sischen Kollegen abgesprochen und das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven kontaktiert. Wenn sich bis morgen die Situation nicht ge\u00e4ndert hat, werden wir mit einem Hubschrauber abgeholt und nach Ny-Alesund gebracht. 700 Euros pro Person, eine Menge Kohle, deshalb hat man erst gez\u00f6gert. Aber unt\u00e4tig hier herumzusitzen, kostet auch. Die geplanten zweieinhalb Wochen sind kurz genug.<\/p>\n<p>16. April<br \/>\nNur 10 kg Gep\u00e4ck statt 20 kg. Das juckt mich nicht. Eh zu wenig schicke Klamotten, um jemanden &#8211; M\u00e4nner? &#8211; zu beeindrucken. Alles praktisch, k\u00e4lte- und schneefest. Die schweren Stiefel f\u00f6rdern auch nicht gerade den sexy H\u00fcftschwung. Einen wasserfesten Overall kriege ich in Ny-Alesund geliehen, das Gewehr auch.<br \/>\nIm Hubschrauber zu fliegen ist ja noch geiler als in einem Flugzeug zu schaukeln! Langsam schraubt sich der Helikopter hoch. Von Longyearbyen bis Ny-Alesund nur glitzernde Eisfl\u00e4chen. Auf den Bergspitzen liegt Schnee, frostiger, wei\u00dfer, blendender Schnee. Nach dem Kalender hat der Sommer begonnen, die Sonne wird monatelang \u00fcber dem Horizont stehen. Der Boden taut auch im Hochsommer nur 10 cm tief auf, manchmal gar nicht. Permafrost. Der Kongsfjord dagegen ist eisfrei, vor 10 oder 12 Jahren war er zum letzten Mal zugefroren. Der Westspitzbergenstrom &#8211; ein Ausl\u00e4ufer des Golfstroms &#8211; f\u00fchrt westlich vorbei, der Klimawandel tut sein \u00dcbriges. Den genau sollen wir ja erforschen, lautet der wissenschaftliche Auftrag.<br \/>\nOhne Probleme hovert der Hubschrauber zum Hangar, setzt langsam auf, die Kufen auf dem Eis rutschen nicht. Im Gegensatz zu uns Menschen, die wir mit st\u00f6ckerigen Schritten zur kleinen Empfangshalle gehen. Jetzt blo\u00df kein Bein brechen. Dann aus der Traum von der Karriere als Klimaforscherin.<br \/>\nNy-Alesund ist der n\u00f6rdlichste Ort in der Arktis. Ausgangspunkt vieler spektakul\u00e4rer Expeditionen und Rettungseins\u00e4tze. Roald Amundsen war hier. Und sein Freund-Feind Umberto Nobili, den zu retten Amundsen das Leben kostete.<br \/>\nIm Dorf gibt es nur 30 H\u00e4user, h\u00fcbsche norwegische Holzh\u00e4user in Rot und Gelb, direkt am Fjord. Ein einziges Haus in Blau. Ny-Alesund ist ein Dorf nur f\u00fcr Wissenschaftler. Im Sommer ankert manchmal ein Kreuzfahrtschiff weiter drau\u00dfen, die Touristen werden kurz ausgebootet und marschieren durchs Dorf, streng bewacht von den Guides der Kings Bay Company, einem norwegischen Staatsbetrieb, der den urspr\u00fcnglich privaten Kohlebetrieb in Ny-Alesund \u00fcbernommen hat, als er Pleite ging. Schnell ein Stempel auf die Ansichtskarte vom n\u00f6rdlichsten Postamt der Welt, dann werden die Besucher zur\u00fcckgef\u00fchrt zum Beiboot. Es wird kein Risiko eingegangen mit erlebniss\u00fcchtigen Touristen, die allesamt so gerne einen Eisb\u00e4ren aus der N\u00e4he sehen w\u00fcrden. Um ein Foto zu machen.<br \/>\nDas blaue Haus &#8211; die Koldewey-Station &#8211; teilen sich deutsche und franz\u00f6sische Wissenschaftler. Meine Zimmergenossin Marga ist schon \u00e4lter, kurz vor der Pensionierung, wie sie erz\u00e4hlt. Sie war schon oft hier und hat viel Erfahrung. Dies sei ihr letzter Aufenthalt in Ny-Alesund, ehe sie Abschied nehmen muss vom Wegener &#8211; Institut. Ich finde sie sehr sympathisch und offen, wir werden uns gut verstehen. Keine von uns schnarcht, behaupten wir beide.<br \/>\nMorgens, mittags und abends treffen sich alle Wissenschaftler zum Essen in der Kantine. Sechs bis acht K\u00f6che arbeiten \u00fcbers Jahr hier, geh\u00f6ren zur festen Belegschaft der Kings Bay Company, die f\u00fcr die Organisation des Dorfes zust\u00e4ndig ist: Wasser, Strom, Stra\u00dfe, das Essen usw.<\/p>\n<p>17. April<br \/>\nRichtig dunkel wird es nicht mehr hier auf Svalbard, \u00fcbrigens das norwegische Wort f\u00fcr Spitzbergen. Die Sonne sinkt nicht mehr unter den Horizont. Aber nat\u00fcrlich ist der Grad der Helligkeit abh\u00e4ngig von vielen Faktoren, erkl\u00e4rt Marga mir, ob der Himmel klar ist oder eine dicke Wolkendecke die Sonne verdeckt. Eine Mitternachtssonne, die durch Brechung ihrer Lichtstrahlen f\u00fcnf- bis sechsfach im Dunstschleier erscheint, das m\u00fcsse man erlebt haben, um zu begreifen, warum Menschen immer wieder von der Arktis magisch angezogen werden.<br \/>\n\u00bbOder von der Antarktis\u00ab, sage ich und komme mir sofort naseweis vor. Marga l\u00e4chelt.<br \/>\n\u00bbOder von der Antarktis. Aber da war ich auch noch nie. Diesen Traum m\u00f6chte ich mir noch erf\u00fcllen. Wenn die Reise blo\u00df nicht so teuer w\u00e4re.\u00ab<br \/>\nIch habe trotz der Helligkeit gut und fest geschlafen. Die lichtundurchl\u00e4ssigen Rollos w\u00fcrden zwar den Raum total verdunkeln, aber das m\u00f6gen weder Marga noch ich. Wenn wir schon so hoch im Norden sind, dann wollen wir auch die hellen N\u00e4chte erleben. Au\u00dferdem habe ich gelesen, Helligkeit soll die Gehirnfunktion ankurbeln. Marga lachte: \u00bbDann mal hoch mit den Rollos! Gehirnschmalz kann nie schaden.\u00ab<br \/>\nHeute werden wir Neuank\u00f6mmlinge erst einmal das Dorf besichtigen, einen kurzen Vortrag \u00fcber die Geschichte der Kings Bay Company h\u00f6ren und unsere Arbeitspl\u00e4tze, sprich, die Labors kennenlernen. Allerdings der wichtigste Programmpunkt ist: Schie\u00dftraining. Absolutes Pflichtprogramm. Ich verdrehe die Augen. Muss das sein?<br \/>\n\u00bbDas muss sein! Zu deiner eigenen Sicherheit. Kein Schritt aus dem Dorf ohne geladenes Gewehr. Die Eisb\u00e4ren sind hungrig, trauen sich manchmal bis ins Dorf hinein. Immer vorsichtig umgucken, nie blind durch die Gegend stolpern.\u00ab<br \/>\nWir stapfen \u00fcber den Schnee zum Schie\u00dfplatz. Ich stelle mich nicht ungeschickt an, lande ein paar Treffer. Die blechernen Zielscheiben klirren.<br \/>\n\u00bbNur schie\u00dfen, wenn es absolut n\u00f6tig ist\u00ab, sagt der norwegische Trainer. \u00bb It`s Bear Country. We are only guests.\u00ab Das leuchtet mir ein.<br \/>\n\u00bbAber wenn ihr schie\u00dft, schie\u00dfen m\u00fcsst, dann lasst den B\u00e4ren auf 30 Meter herankommen und zielt auf den Brustbereich. Der Kopf ist schwer zu treffen. Und ein angeschossener Eisb\u00e4r, gegen den habt ihr keine Chance.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch schie\u00dfe nicht gut\u00ab, vertraut mir Marga auf dem R\u00fcckweg an. \u00bbIrgendwas mit den Augen. Oder einfach psychisch. Ich will einfach nicht schie\u00dfen.\u00ab<br \/>\n\u00bbBist du denn schon mal in eine gef\u00e4hrliche Lage gekommen?\u00ab, frage ich.<br \/>\nSie sch\u00fcttelt den Kopf. \u00bbIch passe h\u00f6llisch auf. Aber wenn du l\u00e4nger hier lebst, bleibt eine Begegnung mit einem Eisb\u00e4ren nicht aus. Meistens passiert nichts, weil er die Menschen auch nicht mag und sich trollt.\u00ab<br \/>\nVon nun an werde ich mich umschauen, wenn ich das Haus verlasse, schw\u00f6re ich mir.<\/p>\n<p>18. April<br \/>\nMein erster Arbeitstag: Algen einsammeln und im Labor aufh\u00e4ngen, hei\u00dft das Programm, das mir Marga gestern Abend noch kurz vorgestellt hat.<br \/>\n\u00bbWirst du schnell seekrank?\u00ab, fragt sie besorgt.<br \/>\nWoher soll ich das wissen? Habe ich noch nie so richtig ausprobiert.<br \/>\n\u00bbBestimmt nicht!\u00ab, prolle ich ein bisschen. Marga runzelt die Stirn, sagt aber nichts.<br \/>\nUnten am Fjord stehen Francesco und Gunnar, zwei junge Kerle in Taucheranz\u00fcgen. Sie schieben das Schlauchboot mit Au\u00dfenborder ins Wasser. Der Fjord ist ruhig, kleine Wellen laufen am Ufer aus. Marga l\u00e4sst sich an Bord helfen, ich will nat\u00fcrlich beweisen, dass ich jung und sportlich bin, mache einen eleganten Satz vom Anleger, bleibe mit einem Fu\u00df an einer entlang der Bordwand gespannten Leine h\u00e4ngen und stolpere schnurstracks in Francescos Arme, der mich ein bisschen l\u00e4nger festh\u00e4lt als n\u00f6tig.<br \/>\n\u00bbWohin so eilig\u00ab, sagt er und l\u00e4chelt mich an. \u00bbDas Wasser im Fjord ist noch zu kalt zum Schwimmen.\u00ab<br \/>\nDas war ja schon mal ein guter Einstieg. Ich k\u00f6nnte mich ohrfeigen. Gunnar startet den Motor und wir dr\u00f6hnen den Fjord hinauf. Zum Gl\u00fcck habe ich den dicken Overall an, die Wollm\u00fctze, Kapuze dr\u00fcber, die gef\u00fctterten Pelzhandschuhe. Der Wind ist saukalt, die Au\u00dfentemperaturen unter dem Gefrierpunkt.<br \/>\n\u00bbDer Fjord friert nicht zu wegen des Golfstroms\u00ab, sagt Marga. \u00bbUnd genau das ist das Problem f\u00fcr die Eisb\u00e4ren. Die Robben sind im Wasser zu schnell f\u00fcr sie, die kriegen sie nicht. Und Eisschollen, auf denen sie treiben k\u00f6nnen und zupacken, wenn eine Robbe auftaucht, gibt es nicht mehr.\u00ab<br \/>\nVierhundert, f\u00fcnfhundert Meter rauschende Fahrt, dann stoppt Gunnar das Boot, macht an einer Boje fest. Die M\u00e4nner bereiten sich auf den ersten Tauchgang vor. Hier drau\u00dfen sind die Wellen h\u00f6her, das Boot tanzt an der Boje.\u00a0Ich schaue auf die Berge um mich herum, staune \u00fcber die t\u00fcrkisen Abbruchstellen, lasse mir von Marga die Namen der im Sonnenlicht glitzernden Gletscher nennen und schaue erst wieder aufs Boot, als der erste Taucher den Arm mit einem Strau\u00df langer, gr\u00fcner Algen hochh\u00e4lt.<br \/>\n\u00bbWir ernten sie\u00ab, sagt Marga. \u00bbDie Algen h\u00e4ngen an Seilen im Wasser in unterschiedlichen Tiefen: direkt unter der Oberfl\u00e4che, f\u00fcnf Meter und zehn Meter tief. Wir sammeln sie ein, h\u00e4ngen sie in Klimar\u00e4ume, ver\u00e4ndern die Temperatur und die UV-Strahlung, stanzen dann kleine Disks heraus und schicken die ausgestanzten Scheiben in die Laboratorien zu Hause. Wir wollen herausfinden, inwieweit die erh\u00f6hten Wassertemperaturen und der niedrigere Salzgehalt die Algen ver\u00e4ndern.\u00ab<br \/>\nIch greife zu, werfe die zwei Meter langen Algen ins Boot.<br \/>\n\u00bbAuch die 100m langen Seile m\u00fcssen aufgewickelt werden\u00ab, sagt Marga. Sie stellt einen gro\u00dfen Eimer vor ihre F\u00fc\u00dfe und legt gekonnt die Leinen, die die Taucher uns anreichen, zu Augen zusammen und versenkt sie im Blechk\u00fcbel. Ich will ihr helfen, verheddere mich aber hoffnungslos in den meterlangen Stricken.<br \/>\n\u00bbLass mal\u00ab, sagt Marga. \u00bbDas Aufschie\u00dfen \u00fcbst du erst einmal an Land. Die Tampen m\u00fcssen so gut gerollt werden, dass sie sp\u00e4ter problemlos aus den Eimern auslaufen k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\nIch bei\u00dfe die Z\u00e4hne zusammen und versuche es noch einmal, merke aber, wie mir schlecht wird. Mein Mageninhalt steigt immer h\u00f6her. Ich wanke zur n\u00e4chstgelegenen Bordkante.<br \/>\n\u00bbNo, no!\u00ab, schreit Gunnar. \u00bbDon`t throw up against the wind!\u00ab Er zerrt mich auf die Lee-Seite. Welche Blamage, denke ich.<br \/>\nAber Marga sagt: \u00abMacht nichts, an Land geht es dir wieder besser. Das ist alles zu viel am ersten Tag.\u00ab<br \/>\nIch bin froh, dass die Taucher ins Boot klettern und den Motor anwerfen. Wir fahren zum Dorf zur\u00fcck. Ich fixiere starr den Anlegesteg. Gunnar sieht mich pr\u00fcfend an.<br \/>\n\u00bbBisschen wei\u00df um die Nase, unser K\u00fcken\u00ab, sagt er.<br \/>\n\u00bbLeave her alone!\u00ab, sagt Francesco. Und zu mir: \u00bbDas geht fast allen so in den ersten Tagen. Wirst dich an das Geschaukel gew\u00f6hnen. Schau aufs Ufer.\u00ab<br \/>\nWir schleppen die Algen zum Labor und verfrachten sie in unterschiedliche Klimar\u00e4ume: 0 Grad, 8 Grad 10 Grad. Nach dem Lunch werden wir Hunderte, Tausende von kleinen, runden Pl\u00e4ttchen herausstanzen und die Proben f\u00fcr den Transport nach Deutschland verpacken.<\/p>\n<p>19. &#8211; 21. April<br \/>\nZum Gl\u00fcck m\u00fcssen wir nicht jeden Tag mit dem Boot raus. Wir bereiten die Algenproben f\u00fcr die Verschickung vor. Eine etwas eint\u00f6nige, aber hochkonzentrierte Arbeit. Jede Probe wird gekennzeichnet, nichts darf verwechselt werden. Ich arbeite Seite an Seite mit Marga, die mich freundlich in alle Handgriffe einweiht. Sie fliegt am n\u00e4chsten Wochenende nach Bremen zur\u00fcck. Ich werde dann ihre Arbeit f\u00fcr die folgenden zehn Tage \u00fcbernehmen. Bis dahin habe ich auch hoffentlich gelernt, die langen Tampen \u00bb<em>aufzuschie\u00dfen<\/em>\u00ab.<br \/>\n\u00bbMorgen geht es wieder raus\u00ab, sagt Francesco und schiebt mir beim Abendessen eine Packung Tabletten r\u00fcber. \u00bbGegen Seekrankheit\u00ab, steht drauf. Er l\u00e4chelt mich an und zuckt die Achseln. \u00bbDie helfen bestimmt. Habe ich am Anfang auch genommen.\u00ab<br \/>\nNach dem Abendessen schultert er sein Gewehr und wir gehen zusammen hinunter zum Fjord. Der Himmel ist wolkenlos, kein Windhauch, nur das Schreien der Eism\u00f6wen \u00fcber unseren K\u00f6pfen.\u00ab Er greift nach meiner Hand: \u00bbIch mag dich. Sehr sogar.\u00ab.<br \/>\nNachts liege ich lange wach. Auf was lasse ich mich da ein? Ich denke an die warnenden Worte von Christian in Longyearbyen. Ach was, ich bin eine erwachsene Frau. Und in gut 10 Tagen fliege ich sowieso wieder nach Hause. Ein bisschen verliebt sein, das f\u00fchlt sich doch gut an. Schadet keinem.<\/p>\n<p>22. April<br \/>\nWieder raus mit dem Schlauchboot. Und die Pillen helfen wirklich. Der Tag l\u00e4uft wie geschmiert. Sogar das Aufschie\u00dfen. Nicht der kleinste Anflug von Seekrankheit trotz rauer See.<br \/>\n\u00bbSie ist ganz fix, unsere Kleine\u00ab, sagt Francesco und gibt mir einen schnellen Kuss auf die Wange. Gunnar kneift die Augen zusammen, sagt aber nichts.<br \/>\nBeide seien sie Atmosph\u00e4renforscher, erz\u00e4hlt mir Francesco am Abend in der Bar. Gunnars Frau habe sich von ihm getrennt, weil er das Nordlicht mehr liebe als sie, hat sie behauptet. Jeden Sommer drei Monate auf Spitzbergen, das wolle sie nicht mehr akzeptieren. Oslo sei ihr kalt genug.<br \/>\n\u00bbUnd du?\u00ab, frage ich Francesco.<br \/>\nSeine Doktorarbeit sei so gut wie fertig, aber zurzeit verdiene er sein Geld als Taucher. Das mache ihm mehr Spa\u00df als die Arbeit im Labor. Die komme noch fr\u00fch genug<\/p>\n<p>23.- 24. April<br \/>\nAm Wochenende sind wir mit sechs Leuten mit Schneemobilen rausgefahren zu einer Schutzh\u00fctte am anderen Ende des Fjords. Das war Gunnars Vorschlag und stie\u00df auf begeisterte Zustimmung. Franceso kam mit, nat\u00fcrlich, aber auch Christian und die d\u00e4nische Doktorandin Inge-Lise, die am Tag zuvor ihr Schie\u00dftraining absolviert hatte. Marga wollte nicht, sie musste noch packen und einige Dinge organisieren, denn ihr Flieger nach Troms\u00f6 w\u00fcrde fr\u00fch am Sonntagmorgen starten. Schade, sie mag ich noch von allen am liebsten. Ich hoffe, wir sehen uns in Bremen wieder.<br \/>\nDer Himmel war von einem strahlenden Blau, als wir aufbrachen. Der Schnee glitzerte und knirschte unter den Kufen der Schneemobile. Alle hatten dunkle Brillen aufgesetzt, die gegen die extreme UV-Strahlung sch\u00fctzten. Ein endloses Schneefeld vor uns, auf der einen Seite majest\u00e4tische Berge in glei\u00dfendem Wei\u00df. Neben uns das eisfreie Wasser des Fjords. Riesige Gletscherbrocken waren abgebrochen und schwammen t\u00fcrkisblau im Wasser. Sogar Robben konnten wir ausmachen, die sich auf den Schollen sonnten. Francesco blieb mit der Kufe seines Schneemobils an einer schneebedeckten Felsenkante h\u00e4ngen, wurde aus dem Sitz geschleudert, doch der Schnee war tief und weich genug. Er landete sanft. Der Wind, der uns entgegenschlug, war scharf und k\u00fchl, so dass wir die Schals bis an die Augen zogen. \u00dcberm\u00fctig erh\u00f6hten die \u00bbJungs\u00ab die Geschwindigkeit, johlten und schrien. Das war die Bilderbuch-Arktis aus den Naturfilmen im Fernsehen, irgendwie irreal und doch voll und ganz zu sp\u00fcren, ein Gl\u00fccksgef\u00fchl im ganzen K\u00f6rper. Was konnten uns die vollgepackten Str\u00e4nde des S\u00fcdens noch bieten? Wir waren allein in einer grandiosen Landschaft kalbender Gletscher, endloser Schneefl\u00e4chen. Eiderenten auf dem blau-grauen Wasser des Fjords, kreischende Eissturmv\u00f6gel im Sturzflug. Wir rasten in unseren Schneemobilen dahin, den Wind im Gesicht, das Gef\u00fchl von Unsterblichkeit. Gl\u00fcck pur.<br \/>\nWir hatten genug Proviant eingepackt f\u00fcr einen gem\u00fctlichen &#8211; hellen &#8211; Arktis-Abend, auch reichlich Holz, um den gusseisernen Ofen in der H\u00fctte zu befeuern.<\/p>\n<p>\u00c4rgerlich war nur, dass ich morgens so fr\u00fch zu dem etwas abseits stehenden Kloh\u00e4uschen musste. Wahrscheinlich zu viel getrunken gestern Abend.<br \/>\nAls ich die Hosen wieder oben hatte und die T\u00fcr \u00f6ffnete, traf mich fast der Schlag. Vor mir hockte ein kleiner, s\u00fc\u00dfer Eisb\u00e4r. Lili, war bl\u00f6derweise mein erster Gedanke. Lili aus Bremerhaven. Wie kommt die hierher? Aber dann sah ich aus den Augenwinkeln schon die Silhouette der sich drohend aufrichtenden B\u00e4rin hinter dem Jungtier. Ich knallte die schwere T\u00fcr zu, schob den Riegel vor. Was nun? Ein Gewehr hatte ich nat\u00fcrlich nicht mitgenommen. Purer Leichtsinn, w\u00fcrde Gunnar schimpfen. Aber wer nimmt schon ein Gewehr mit aufs Klo. Nat\u00fcrlich lag auch das Funkger\u00e4t in der H\u00fctte.<br \/>\nSollte ich an die T\u00fcr h\u00e4mmern? Krach machen? Marga hatte immer eine Trillerpfeife dabei, die einen so scheu\u00dflichen Ton von sich gab, dass zumindest menschliche Ohren davon abzufallen drohten. Ich h\u00e4mmerte ein bisschen an die T\u00fcr, rief kl\u00e4glich nach &#8230; ? Ja, nach wem sollte ich rufen? W\u00e4re Marga doch blo\u00df hier. Aber die M\u00e4nner schliefen noch, lang und fest, wie ich bef\u00fcrchtete. Ich gab`s auf. Reizen wollte ich die B\u00e4rin auch nicht, h\u00f6chstens durch Krach vertreiben. Aber wie? Ich hatte keine Chance, die H\u00fctte rennend zu erreichen, das wusste ich. Die B\u00e4rin w\u00fcrde schneller sein. Also: abwarten. Irgendwann w\u00fcrde wohl noch jemand aus der Gruppe \u00bb<em>m\u00fcssen<\/em>\u00ab m\u00fcssen. Hoffentlich taperte der- oder diejenige nicht so schlaftrunken aus der T\u00fcr wie ich. Es war saukalt in der Absteige. Ich schob den Rei\u00dfverschluss des gef\u00fctterten Anoraks, den ich sorglos \u00fcbergeworfen hatte, mit klammen Fingern hoch, zog die Kapuze \u00fcber den Kopf. Handschuhe? Fehlanzeige. Ich versteckte die H\u00e4nde in den hinuntergezogenen \u00c4rmeln, setzte mich auf den h\u00f6lzernen Klodeckel und richtete mich auf eine l\u00e4ngere Wartezeit ein. War die B\u00e4rin noch da? Ich h\u00f6rte nichts. Aber die T\u00fcr einen Spalt aufzumachen und hinauszulugen, das traute ich mich nicht.<br \/>\nNach einer gef\u00fchlten Ewigkeit h\u00f6rte ich einen Schuss. Dann rief jemand meinen Namen. H\u00e4mmerte an die T\u00fcr. Ich schob vorsichtig den Riegel zur Seite. Inge-Lise stand mit dem rauchenden Gewehr vor der T\u00fcr.<br \/>\n\u00bbGottseidank\u00ab, sagte sie. \u00bbWir hatten schon Angst, dass &#8230; Ich konnte mit einem Warnschuss die B\u00e4rin vertreiben. \u00ab<br \/>\nIch fiel ihr um den Hals. Erst jetzt l\u00f6ste sich die Spannung. Ich heulte.<br \/>\nSie umarmte mich fest. \u00bbAlles gut\u00ab, sagte sie. \u00bbAlles gut!\u00ab<br \/>\nIch nickte. \u00bbDanke, Inge-Lise. Danke! Danke!\u00ab<br \/>\nAuch die andern waren aus der H\u00fctte gekommen.<br \/>\n\u00bbDa ist ja unser verlorenes Schaf\u00ab, sagte Francesco. Keiner lachte.<br \/>\n\u00bbAlles in Ordnung?\u00ab, fragte Christian. Ich nickte.<br \/>\nEs wurde trotzdem noch ein sch\u00f6ner Tag. Nur umschauen tue ich mich mittlerweile ununterbrochen, ob nicht irgendwo ein B\u00e4r &#8230;. Und zum Schie\u00dftraining gehe ich jetzt regelm\u00e4\u00dfig. In der Tat: \u00bbIt`s Bear Country.\u00ab Ich habe meine Lektion gelernt.<\/p>\n<p>25. April<br \/>\nDer Chef hat gefragt, ob ich noch eine Woche l\u00e4nger bleiben k\u00f6nne. Mein Ersatz, ein Student aus Potsdam, sei wegen Krankheit ausgefallen. Ich h\u00e4tte mich so gut eingearbeitet, er w\u00fcrde sich freuen, wenn ich zusagte.\u00a0Ich bin ganz aus dem H\u00e4uschen. Christian will mich, die Anf\u00e4ngerin, behalten! Was will ich mehr? Ich k\u00f6nnte ihn knutschen, tue ich nat\u00fcrlich nicht. Aber meine leuchtenden Augen hat er sicher bemerkt. Ich sage zu. Ohne zu z\u00f6gern.<br \/>\nFrancesco allerdings wird blass und still.<br \/>\n\u00bbFreust du dich nicht?\u00ab, frage ich.<br \/>\nEr druckst herum.<br \/>\n\u00abOder kommt deine Freundin?\u00ab<br \/>\nEin Schuss ins Blaue, nicht wirklich ernst gemeint.<br \/>\n\u00bbJa, also, es ist so &#8230; Meine Freundin kommt in ein paar Tagen zu Besuch. Aus Rom. Wusste ich vorher nicht. Sie wollte mich \u00fcberraschen. Zu meinem Geburtstag. Du hast doch sicher auch einen Freund zu Hause, oder?\u00ab<br \/>\nEr senkt den Kopf, dreht die H\u00e4nde nach au\u00dfen. Blickt mich an wie ein gepr\u00fcgelter Hund.<br \/>\nSo nicht, Freundchen, denke ich und gehe wortlos weg. Christian hat Recht gehabt mit seiner Bemerkung \u00fcber die Taucher. Und ich bin ein bl\u00f6des, naives Huhn. Aber eines wei\u00df ich trotzdem: Ich lasse mich nicht vertreiben. Ich bleibe, will bleiben. Die Arbeit fasziniert mich. Die Freundin aus Paris, das ist sein Problem, nicht meins.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 10. April 2017 Gestern bin ich mit meinem Professor nach Oslo geflogen. Von Bremen aus mit Ryanair. Logo, auch die Uni muss sparen. Aber das Angebot des Alfred-Wegener-Instituts, gemeinsam auf Spitzbergen zu forschen, konnte mein Prof sich nicht entgehen lassen. 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