{"id":106,"date":"2010-10-14T18:53:48","date_gmt":"2010-10-14T16:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?p=106"},"modified":"2016-01-31T12:38:34","modified_gmt":"2016-01-31T10:38:34","slug":"unsichtbares-theater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anne-achner.de\/blog\/unsichtbares-theater\/","title":{"rendered":"Unsichtbares Theater"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/?attachment_id=306\" rel=\"attachment wp-att-306\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-306\" title=\"Sommerschlussverkauf\" src=\"http:\/\/anne-achner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/fotolia_35193098_xs-150x150.jpg\" alt=\"Sommerschlussverkauf\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ich schiebe mich durch die sich automatisch \u00f6ffnende Glast\u00fcr des Kaufhauses und stelle erst einmal die beiden Einkaufsbeutel ab, um die Kapuze meines Anoraks \u00fcberzust\u00fclpen. Der Wind weht b\u00f6ig an diesem grauen Novembernachmittag und treibt Bl\u00e4tter und Papierfetzen durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. <!--more-->Eigentlich wollte ich an diesem Nachmittag doch nur kurz durch Karstadt laufen, mich aufw\u00e4rmen und eine Tasse Kaffee trinken. Aber dann hat mich doch die Lebensmittelabteilung gelockt und ich habe der Versuchung nachgegeben und reichlich eingekauft. Und nun muss ich die prallen Plastikbeutel bis zur B\u00fcrgerweide schleppen, wo mein Auto geparkt ist. Es ist sp\u00e4ter geworden als geplant. Lieb von meiner Freundin, f\u00fcr einen Nachmittag den Kleinen zu betreuen, aber ich will ihre Geduld auch nicht \u00fcberstrapazieren. Er wird sich freuen \u00fcber das \u00dcberraschungsei. Und mit Frederic werde ich heute Abend die Flasche Chardonnay genie\u00dfen und die frischen Krabben mit Spiegelei. Zum Gl\u00fcck hat es aufgeh\u00f6rt zu nieseln. Dummerweise habe ich den Schirm im Wagen gelassen, aber ich h\u00e4tte sowieso keine Hand mehr frei.<br \/>\nHinter mir dr\u00e4ngt sich ein mittelalterliches Paar lautstark durch den Eingang. Die beiden sind mir schon im Kaufhaus aufgefallen. Heftig diskutierend standen sie vor den Regalen. Typisch, habe ich gedacht, wenn der Ehemann schon einmal mitgeht, wird er seine Frau fachm\u00e4nnisch beraten, was sie einzukaufen hat.<br \/>\n\u201eDu vergleichst nie die Preise\u201c, h\u00f6re ich ihn jetzt lospoltern. \u201eKein Wunder, dass du nicht mit dem Haushaltsgeld auskommst.\u201c Der Mann redet so laut und w\u00fctend, dass sich ein paar Passanten umdrehen und den gutangezogenen \u00e4lteren Herrn mit seiner bestimmt zehn Jahre j\u00fcngeren Begleiterin verstohlen mustern. Sie hat den Kopf gesenkt, sein lautstarker Ausbruch und die Aufmerksamkeit, die sie auf sich ziehen, sind ihr offensichtlich peinlich.<br \/>\n\u201eStimmt ja gar nicht\u201c, h\u00f6re ich sie zischen. \u201eUnd schrei nicht so.\u201c Sein Gesicht ist dunkelrot. Er bindet den G\u00fcrtel um seinen hellen Staubmantel enger und zerrt an ihrem Arm. \u201eKomm jetzt, sonst m\u00fcssen wir noch die Parkgeb\u00fchren nachzahlen.\u201c<br \/>\nSie l\u00e4sst sich Zeit. Kn\u00f6pft ihren eleganten Wollmantel zu und bindet sich ein Seidentuch geschickt \u00fcber ihr blondiertes Haar. \u201eNun dr\u00e4ng nicht so, Herbert!\u201c<br \/>\nEr l\u00e4sst sich nicht stoppen und redet weiter laut und heftig auf sie ein, als sie mit eiligem Schritt in Richtung S\u00f6gestra\u00dfe abbiegen.<br \/>\nEigentlich ungew\u00f6hnlich, \u00fcberlege ich ein wenig am\u00fcsiert. Ein wohlsituiertes Paar, bestimmt gutb\u00fcrgerliche Mittelschicht, streitet sich lautstark in der \u00d6ffentlichkeit. Wo bleibt die vielger\u00fchmte hanseatische Zur\u00fcckhaltung und Diskretion?<br \/>\n\u201eDu nimmst aus dem Regal, was dir gef\u00e4llt, ohne auf den<br \/>\nPreis zu achten. Die gn\u00e4dige Frau ist sich wohl zu fein dazu, \u00fcber Geld zu reden.\u201c Gro\u00df und gebeugt hastet er mit schnellen Schritten die Einkaufszone hinunter, seine eher zierliche Begleiterin folgt z\u00f6gerlich. Bleibt demonstrativ vor der Auslage eines Damenbekleidungsgesch\u00e4fts stehen und betrachtet die Auslage.<br \/>\nNun mach schon, denke auch ich. Der rastet gleich aus.<br \/>\n\u201eIch achte halt auf Qualit\u00e4t\u201c, h\u00f6re ich sie n\u00f6rgeln. Er dreht sich abrupt um. Ich sehe sein verkniffenes Gesicht, die blauen etwas hervortretenden Augen, den weit ge\u00f6ffneten Mund. \u201eEs ist mein Geld, das du zum Fenster hinauswirfst. Mein hart verdientes Geld.\u201c<br \/>\nNun bleibt sie endg\u00fcltig stehen und setzt die pralle Einkauftasche ab. \u201eJetzt beruhige dich mal und nimm die Tasche.\u201c Er b\u00fcckt sich abrupt, nimmt den Einkauf, packt ihren Arm und zieht sie hinter sich her.<br \/>\nEin paar Passanten sind aufmerksam geworden auf das streitende Paar. Ein \u00e4lteres Ehepaar beschleunigt seine Schritte, peinlich ber\u00fchrt, will offensichtlich mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Andere gehen langsamer, um nichts zu vers\u00e4umen, bleiben sogar stehen.<br \/>\n\u201eLass mich sofort los!\u201c Sie windet sich aus seinem Griff. Und als sie die neugierigen Blicke der Leute sieht, sagt sie: \u201cIch nehme den Zug.\u201c<br \/>\n\u201eWas tust du?\u201c Nun ist es mit seiner m\u00fchsam aufrechterhaltenen Beherrschung vorbei. Er packt sie an den Schultern und versucht, sie nach vorne zu schieben.<br \/>\nEin dunkelh\u00e4utiger Mann, ein T\u00fcrke, vielleicht auch ein Libanese, geht drohend auf den Ehemann zu. \u201eLass los die Frau\u201c, sagt er. Der Ehemann ist verunsichert. Seine Augen flackern. \u201eGeht dich nichts an, du Kanake!\u201c, sagt er, l\u00e4sst aber seine Frau los. Sie murmelt ein paar Worte, die ich nicht verstehe. Und dann geht alles sehr schnell.<br \/>\nEr hebt den Arm und schl\u00e4gt ihr ins Gesicht. Sie erstarrt. Der Schlag war heftig, ihre Augen f\u00fcllen sich mit Tr\u00e4nen, vor Schmerz oder vor Zorn, das ist nicht zu unterscheiden. Aber ihr Widerstand scheint gebrochen. Sie stolpert hinter ihm her, verliert aber auf ihren spitzen Abs\u00e4tzen das Gleichgewicht und f\u00e4llt.<br \/>\nEine Punkerin b\u00fcckt sich spontan, um der am Boden liegenden Frau aufzuhelfen. Der Ehemann schiebt sie beiseite. Er zerrt seine Frau hoch, hakt sie unter und beide entfernen sich mit schnellen Schritten.<br \/>\n\u201eHaben Sie das gesehen?\u201c Die \u00e4ltere Dame neben mir ist fassungslos. \u201eSo ein brutaler Kerl. Und man sieht es ihm \u00fcberhaupt nicht an.\u201c<br \/>\n\u201eDie Frau ist selbst schuld\u201c sagt eine junge Frau mit m\u00fcder Stimme und fasst an den Griff ihres Kinderwagens. \u201eSie hat ihn provoziert. Das ist dumm. M\u00e4nner schlagen zu!\u201c Sie ist ganz wei\u00df im Gesicht. \u201eIch kenne das!\u201c Ich blicke sie fassungslos an. \u201eStimmt doch. Wir m\u00fcssen lernen nachzugeben.\u201c<br \/>\nMeine G\u00fcte, welche Erfahrung mit M\u00e4nnern hat wohl diese junge Frau gemacht?<br \/>\n\u201eFrauen sind eben manchmal echte Xanthippen, da haben es die M\u00e4nner nicht leicht\u201c, ein etwa vierzigj\u00e4hriger Mann grinst uns an. \u201cEr sollte sie blo\u00df nicht in der \u00d6ffentlichkeit schlagen. Das ist unfein.\u201c<br \/>\nDie \u00e4ltere Dame starrt ihn an. \u201eWas sich zwischen Mann und Frau abspielt, geht keinen etwas an!\u201c, sagt er noch, zuckt die Schultern und geht weiter.<br \/>\n\u201eDer Mann hat Recht\u201c, sagt eine Passantin neben mir. \u201eMan muss sich da raushalten. Sonst steht man am Schluss dumm da, wenn die sich wieder vertragen. Pack schl\u00e4gt sich, Pack vertr\u00e4gt sich.\u201c<br \/>\nNur die \u00e4ltere Dame hat sich noch nicht beruhigt.\u201c Man h\u00e4tte die Polizei rufen sollen.\u201c Sie sucht meinen Blick. \u201eAber es ging alles so schnell.\u201c Als ich nicht reagiere, verschwindet sie kopfsch\u00fcttelnd in der Thalia &#8211; Buchhandlung.<br \/>\nDie Gruppe der Zuschauer hat sich aufgel\u00f6st. Ein Jugendlicher macht noch eine zotige Bemerkung, seine Kumpel lachen. Ein junges Paar k\u00fcsst sich ostentativ. Ihre Liebe wird Bestand haben, denken sie wohl.<br \/>\nVerst\u00f6rt machte ich mich auf den Weg zum Parkplatz. H\u00e4tte ich eingreifen sollen? Habe auch ich keine Zivilcourage? Aber was geht mich \u00fcberhaupt der Ehestreit eines wildfremden Paares an? Da kriegt man doch nur \u00c4rger. Erst neulich habe ich in einer Untersuchung gelesen, dass Frauen zwar massenhaft in Frauenh\u00e4user fl\u00fcchten, aber die meisten von ihnen kehren wieder zu ihren pr\u00fcgelnden M\u00e4nnern zur\u00fcck. Denen ist doch wohl nicht zu helfen. Aber vielleicht h\u00e4tte ja die junge Frau mit dem Kleinkind Hilfe gebraucht. Aber was kann ich schon tun?<br \/>\nMit schnellen Schritten und diffusem schlechten Gewissen gehe ich die S\u00f6gestra\u00dfe hinunter. Es hat wieder angefangen zu regnen. Um die von der N\u00e4sse gl\u00e4nzenden Bronzeschweine hat sich eine Menschenansammlung gebildet. Ich ducke mich unter den Regenschirmen durch. Eine Gruppe junger Leute spr\u00fcht die Schweine rot und blau an.<br \/>\n\u201eSo eine Sauerei\u201c, schimpft ein Rentner neben mir. Sie verunstalten unser Wahrzeichen. Bestrafen sollte man sie!\u201c \u201eGenau\u201c, ereifert sich ein anderer und z\u00fcckt sein Handy. \u201eEinsperren. Wegsperren! Ich rufe die Polizei.\u201c<br \/>\n\u201eDie ganze Innenstadt wird versaut mit diesem Graffiti-Zeug\u201c, mischt sich eine Frau ein. Man muss sich sch\u00e4men, Bremer zu sein. Was f\u00fcr einen Eindruck macht das auf die Touristen?\u201c<br \/>\n\u201eVerhaften sollte man das Gesocks. Arbeitslager, sage ich nur\u201c, der Rentner ist nicht zu stoppen. \u201eHat es fr\u00fcher nicht gegeben!\u201c<br \/>\nEin fl\u00fcchtiger Verdacht huscht durch mein Gehirn, doch ich wische ihn beiseite. Die Schweine interessieren mich nicht besonders, au\u00dferdem habe ich es brandeilig. Ich \u00fcberquere den neugestalteten Bahnhofsvorplatz, weiche den Bussen und Stra\u00dfenbahnen aus, zu ungeduldig, um auf das Gr\u00fcn der Ampeln zu warten. Mein kleiner Sohn w\u00e4re emp\u00f6rt, f\u00e4hrt es mir durch den Kopf. Nun haben wir so oft ge\u00fcbt, dass das rote M\u00e4nnchen \u201eStehen bleiben\u201c bedeutet. Ein schlechtes Beispiel gibt seine Mama ab.<br \/>\nVor dem Bahnhof sitzen die \u00fcblichen abgerissenen Gestalten: drogens\u00fcchtige Jugendliche, die vorbeihastende Passanten anbetteln, Alkis mit der obligatorischen Flasche Bier in der Hand und den ungepflegten Hunden an ihrer Seite. Auch der Osteurop\u00e4er, der sich die Seele aus der Brust fiedelt, kann mich heute nicht aufhalten. Der Kleine w\u00fcrde jetzt eine M\u00fcnze in den offenen Geigenkasten werfen wollen. Habe ich ihm beigebracht. Egal, ein anderes Mal wieder. Ich habe keine Lust und keine Zeit, um tief in den T\u00fcten nach meiner Geldb\u00f6rse zu w\u00fchlen. Viel wichtiger ist, dass ich die Autoschl\u00fcssel finde.<br \/>\nIch k\u00e4mpfe mich durch das Menschengew\u00fchl im Eingangsbereich und versuche, an den L\u00e4den und Imbissbuden vorbei den hinteren Ausgang zu erreichen, halb bet\u00e4ubt von den kr\u00e4chzenden Ansagen der Lautsprecher.<br \/>\nUnd dann sehe ich sie wieder. Das streitende Paar vor dem Kaufhaus. Sie sitzen inmitten einer kleiner Gruppe heftig diskutierender Leute in der Durchgangspassage vor dem Eiscaf\u00e9, Weingl\u00e4ser und Kaffee auf dem Bistrotisch. Zigaretten qualmen. Ist hier nicht Rauchverbot? Aber der Streit scheint beigelegt.<br \/>\nIch bin so verbl\u00fcfft, dass ich mich an den Nebentisch setze und einen Latte macchiato bestelle.<br \/>\n\u201eIch mache das nicht noch mal\u201c, sagt gerade die zierliche Blonde, die von ihrem Begleiter geschlagen wurde. \u201eDas ist unfair den Leuten gegen\u00fcber.\u201c<br \/>\n\u201eWieso unfair, Kollegin?\u201c, fragt der Mann. Das ist die Theorie beim Unsichtbaren Theater. Die Zuschauer sollen zu Akteuren werden. Kein passives Zuschauen mehr, sie sollen selbst handeln, die Wirklichkeit mitbestimmen.\u201c<br \/>\n\u201eIst doch Quatsch\u201c, wirft einer aus der Gruppe ein. Wir sind hier nicht in S\u00fcdamerika, wo Boal seine Theatertheorie im Kampf gegen Diktatur und Unterdr\u00fcckung entwickelt hat.\u201c<br \/>\n\u201eAber auch hier gibt es Unterdr\u00fcckung, mein Lieber. Die Unterdr\u00fcckung der Frau, zum Beispiel. Das muss den Menschen klar werden\u201c, sagt der Mann, der den Ehemann gespielt hat<br \/>\n\u201eMeinst du, das wei\u00df eine Frau nicht, wenn sie geschlagen wird?\u201c, wirft die blonde Frau ein. \u201eUnd wem haben wir denn geholfen? Meinst du, die junge Frau mit dem Kind, die geht jetzt nach Hause und befreit sich? Ich habe mich gesch\u00e4mt vor ihr. Sie bekommt die Pr\u00fcgel und wir spielen mit ihren Gef\u00fchlen.\u201c<br \/>\n\u201eAngst habe ich gekriegt, als der T\u00fcrke sich eingemischt hat. Ich habe bef\u00fcrchtet, er haut mir eins aufs Maul.\u201c, gibt Herbert zu.<br \/>\n\u201eEr h\u00e4tte Recht gehabt. Wenn auch aus anderen Gr\u00fcnden\u201c, beharrt die Frau. \u201eSo kann man nicht mit Menschen umgehen. Ihre Gef\u00fchle manipulieren. Das ist v\u00f6llig unmoralisch.\u201c<br \/>\n\u201eDu wolltest doch unbedingt die Theaterfortbildung mitmachen, Monika. Keiner hat dich gezwungen.\u201c<br \/>\n\u201eStimmt. Ich wollte mich ausprobieren. Meine Angst \u00fcberwinden. Aber nicht so. Nicht auf Kosten von anderen Frauen, denen ich verdammt wenig helfen kann.\u201c<br \/>\n\u201eIch habe nur Angst, einer k\u00f6nnte uns wiedererkennen. Die Leute w\u00fcrden sich an der Nase herumgef\u00fchrt vorkommen, vollkommen veralbert.\u201c In dem Sprecher erkenne ich den Mann wieder, der die provozierende These von den Xanthippen eingebracht hat, die Pr\u00fcgel verdienen. Monika hat Recht, wir sollten den ganzen Ansatz noch einmal \u00fcberdenken.\u201c<br \/>\n\u201eDie heftigen Reaktionen der Zuschauer, damit habe ich nicht gerechnet. Der T\u00fcrke, der mir helfen wollte. Die Punkerin. Die junge Frau, die offensichtlich von ihrem Mann gepr\u00fcgelt wird. Ich habe ein furchtbar schlechtes Gewissen. Ich steige aus.\u201c Sie steht abrupt auf und geht durch den hinteren Ausgang in Richtung Parkplatz. Die anderen sehen ihr schweigend nach.<br \/>\n\u201eGuckt mal, da kommen die Schweinemaler!\u201c, sagt Herbert und weist auf die Gruppe junger Leute, die sich lachend ihrem Tisch n\u00e4hern. Die Spr\u00fchdosen haben sie offensichtlich verschwinden lassen.<br \/>\n\u201eIns Arbeitslager mit uns\u201c, sagt einer lachend. \u201eDiese Altnazis! Es ist unglaublich!\u201c<br \/>\nJetzt habe ich genug. \u201eUnd was wollten Sie mit Ihrer Aktion bewirken? Rechtsradikale Rentner aufst\u00f6bern? F\u00fcr eine Reinigungsaktion der Stadt werben? Oder gegen Graffitischmierer hetzen?\u201c<br \/>\nDie Mitglieder der Theatertruppe verstummen auf einen Schlag und schauen mich verbl\u00fcfft an. Langsam stehe ich auf, lege das Geld f\u00fcr den Milchkaffee auf den Tisch und verlasse die Bahnhofspassage, ohne eine Antwort abzuwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schiebe mich durch die sich automatisch \u00f6ffnende Glast\u00fcr des Kaufhauses und stelle erst einmal die beiden Einkaufsbeutel ab, um die Kapuze meines Anoraks \u00fcberzust\u00fclpen. 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